Teichbau will Gekonnt sein

 

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Liebe Freunde von Gartenteichen und Zierfischen!
Als Teichliebhaber beobachte ich seit vielen Jahren mit Freude, dass die Zahl der Teichbesitzer stetig wächst. Immer mehr Menschen möchten die Faszination erleben, die von einem individuellen Teich ausgeht und versuchen, sich dieses Stück lebendige Natur in ihren Garten zu holen. Sie träumen von ihrer Oase der Harmonie im stressgeplagten Alltag und planen und bauen für ihr Ziel. Leider zerplatzen viele dieser Träume wie Seifenblasen, weil der Teich vor sich hin dümpelt und nicht erwartungsgemäß funktioniert. Die Frage nach der Ursache des Misslingens ist nicht leicht zu beantworten, denn die möglichen Fehlerquellen beim Teichbau sind vielfältig.
Ich möchte Ihnen, liebe Leser, Enttäuschungen ersparen und Sie in die "Wissenschaft Teichbau" einweihen. Schritt für Schritt werde ich Ihnen auf den folgenden Seiten umfangreiche Anleitungen für den Bau eines Gartenteichs geben, mit dem Sie lange Freude haben werden, denn Teichbau will gekonnt sein,

Ihr
Klaus Daum. Daums Gartentechnik GbR

 

 

Vorwort

 

Meine Liebe zum Wasser hat sich bereits in der Kindheit entwickelt, denn meine Eltern besaßen eine Wassermühle mit einem wunderschönen Stauteich. Das Wasser in ihm war so klar und sauber, dass er Treffpunkt aller Frauen aus der Nachbarschaft zum Wäsche waschen war. Wenn nicht gerade "Waschtag" war, beobachtete ich mit meinen Freunden die vielen Fische bei ihrer täglichen Nahrungssuche. Wurden aber die Turbinenräder vom Bachwasser angetrieben, durften wir Kinder zu unserer eigenen Sicherheit nicht zu nahe am Ufer spielen. Deshalb hatten wir die Idee, unseren eigenen Mühlteich mit Bachlauf im Kleinformat zu bauen.
Wir benötigten Baumaterialien, doch diese waren nach dem Krieg ein so kostbares Gut, das sie ausschließlich zum Instandsetzen von Häusern verwendet wurden. Zum Abdichten künstlicher Gewässer waren Zement oder Dachpappe tabu, also mussten wir improvisieren. In der Umgebung fanden wir Planen von alten Wehrmachtsfahrzeugen und überlegten, wie wir diese so haltbar und wasserdicht bekamen, dass sie ihren Zweck erfüllen konnten. Wir holten aus dem elterlichen Mühlenbetrieb Stangen aus Riemenwachs, erhitzten das Wachs und strichen damit die Flächen der Planen ein. Doch das Wasser wurde, sobald die Temperaturen anstiegen, schnell grün. Meine Mutter glaubte, das müsse so sein, künstlich angelegte Gewässer sähen im Sommer immer so aus.
Dann half uns eines Tages der Zufall: Wir Kinder fanden die Plane eines amerikanischen LKWs, die uns als Teichbaumaterial dienen sollte. Um die aufgedruckte amerikanische Flagge zu verstecken, haben wir sie tief eingebuddelt und mit einer dicken Sandschicht zugeschüttet. (Die Flagge war begehrt und wir hatten Angst, dass größere Kinder sie uns hätten wegnehmen können.) Nach einigen Tagen entstand aus der amerikanischen Plane und einigen Kubikmeter Sand ein wunderschöner Teich, dessen Wasser sich zu unserer Verwunderung nicht grün färbte und sogar die warmen Sommertage sauber und klar überstand.

 

Typische Fehler beim Teichbau

 

Landschaftsarchitekten und Gartenbauer gestalten wunderschöne Gewässer mit vielen Accessoires, großen Steinen, langen Bachläufen manchmal sogar nach japanischen Vorbildern.
Sie wollen ihren Kunden ihr Können zeigen, achten aber hauptsächlich auf das optische Bild. Die biologischen Abläufe geraten zum großen Teil ins Abseits, meist aus Unkenntnis das Fach "Teichbau" wird den Gartenarchitekten nicht gelehrt. Wer schon einmal darauf geachtet hat, wie Teiche in Fach- und Laienzeitschriften meist abgebildet sind, erinnert sich wahrscheinlich daran, dass sich in den Randbereichen von Teichen und Bachläufen Berge von Steinen türmen. Hierdurch wird ein falsches Bild vermittelt, das eigentlich nur im Hochgebirge bei stark fließendem Wasser existiert. Auch leben in bildlichen Darstellungen dieser "Gebirgsbäche" Goldfische und Kois, realistisch wären aber Forellen! Hier wird der Betrachter in die Irre geführt, weil sich ihm wunderschöne Teiche einprägen, die keinerlei Naturgesetze berücksichtigen. Jedoch müssen die im Wasser lebenden Tiere Vorrang haben und nicht das menschliche Auge. Für Fische bedeuten Teiche, die eine artgerechte Haltung unmöglich machen, Tierquälerei ohne Fluchtmöglichkeit. Auf Steine und Wasser werde ich später näher eingehen.
Unzählige Bücher über Teichbau wollen Wissen vermitteln, die Aspekte der Verfasser spiegeln jedoch ebenfalls mangelndes Wissen wider. Wer einige Bücher gelesen hat, kann leicht den Eindruck gewinnen, dass ein Autor vom anderen abgeschrieben, Fotos ausgetauscht, Sätze verändert hat und selbst ein neues Gartenteichbuch herausgibt! Die meiste Literatur über Teichbau beinhaltet leider nur lückenhaftes Wissen und widerspricht ihrem eigentlichen Sinn: dem richtigen Teichbau. Selbst für Zeitungs- und Zeitschriftenverlage ist das Thema Teichbau zum unerschöpflichen Thema geworden, und doch gelingt es nicht, den Funktionsweisen der Natur auf die Spur zu kommen. Wie mit einfachen Mitteln Fehler vermieden werden können, wird den Lesern nicht vermittelt. Ich habe die starke Vermutung, dass es wirtschaftliche Interessen der Industrie sind, die Unkenntnis der Gartenliebhaber auszunutzen und noch zu fördern.

 

Fertigteiche

 

Geschickt angefertigte Bilder von Fertigteichen begeistern ihre Betrachter, jedoch werden Naturdarstellungen so verzerrt, dass falsche Tatsachen vorgetäuscht werden. Es wird deutlich, dass die Natur bei den Fertigteich-Herstellern unberücksichtigt bleibt und Teichformen aufgrund kommerzieller und transporttechnischer Überlegungen hergestellt werden. Diese Aspekte möchte ich verdeutlichen: Wenn viele Teiche zum Transport ineinander gestapelt werden können, werden dadurch die Transportkosten gesenkt. Außerdem lassen sich Materialkosten sparen, wenn die Konstruktion für tiefere Zonen bzw. den Boden einen Durchmesser von höchstens 70 bis 80 Zentimeter aufweist. Denn das dünne Material würde bei größeren Abmessungen dem Wasserdruck nicht standhalten und instabil werden.
Die Prospekte bilden auch immer wieder viele Fische in kleinen Teichen ab, was angehende Teichbesitzer zu der Annahme bringt, tatsächlich vielen Fischen einen Lebensraum in einem kleinen Teich geben zu können. Jedoch handelt es sich hierbei um eine Täuschung wenn nicht sogar Anstiftung zur Tierquälerei, und das möchte ich mit einer eigenen Erfahrung begründen: In den Wintermonaten der Jahre 1995 und 1996 hatte starker Frost viele Gewässer mit einer bis zu 35 Zentimeter starken Eisdecke bedeckt. Bei tiefen Gewässern steht unter der gefrorenen Schicht noch ausreichend Wasser zur Verfügung. In flachen Teichen, und hier besonders bei Fertigteichen, betrug der Fischverlust in diesen Wintern bis zu 95 Prozent auch Frösche hatten kaum eine Überlebenschance.
Mit eigenen Veröffentlichungen habe ich auf vermeidbare Missstände durch Hersteller hingewiesen, die aus ökonomischen Gründen bewusst Fertigteiche konstruieren, welche das Leben der Wassertiere zur Qual machen. Zu meiner Erleichterung haben daraufhin viele große Märkte diese Art von Fertigteichen aus ihrem Programm genommen, die Hersteller aus ihren Händlerlisten gestrichen und damit einen guten Beitrag zum Tierschutz geleistet.

Tierquaelerei

Beim Aussprechen des Wortes "Tierquälerei" werde ich von vielen Teichliebhabern, auch von denen mit Mini-Teichen, erstaunt angesehen und gefragt, ob es im Gartenteich überhaupt Tierquälerei gäbe. Ja, es gibt Tierquälerei auch im Gartenteich! Wir wehren uns gegen Käfighaltung in Hühnerfarmen,doch diese ist harmlos im Verhältnis zu dem Dahinvegetieren von Fischen in Fertigteichen oder kleinen Folienteichen. Für Käfighühner hat nach 14 Monaten Produktionszeit die Qual ein Ende. Fische aber müssen viele Jahre auf engstem Raum, in den Sommermonaten oftmalsin völlig veralgtem Wasser, ihr Leben fristen.Im allgemeinen werden 10 bis 15 Fische in nur 2 bis 5 Kubikmeter Teichwasser gehalten. Beim Schwimmen, egal in welche Richtung, stoßen sie nach einem Meter gegen eine schwarze Wand aus Plastik. Jeder, der schwimmende Fische einmal beobachtet hat, wird sich den Stress gut vorstellen können, er weiß, dass Fische gern schnell schwimmen und spielen. Deshalb sind Fertigteiche, auch wenn sie 80 Zentimeter tief sind, wegen ihres geringen Rauminhaltes für die Ansiedlung von Fischen ungeeignet. Und wer glaubt, dass die Fische sich wohl fühlen, weil im Sommer über 100 Jungfische den Teich bevölkern, erliegt einem Trugbild: Je mehr Angst Tiere und Pflanzen um ihr Überleben haben, desto intensiver ist die Artenvorsorge. Dieses Phänomen wird bei Fischen in falsch gestalteten Teichen besonders deutlich!
In einige Teichanlagen habe ich Unterwasserscheinwerfer installiert und kann so Fische bei Nacht beobachten. Die großen und kleinen Fische spielen wie Kinder. Selbst die großen Karpfen schubsen, drehen sich, schlagen Haken und schwimmen manchmal blitzschnell auf ihre Artgenossen zu. Ich kann mich gar nicht satt sehen an diesen herrlichen, mächtigen Fischen, sie beim Gründeln zu beobachten, wie sie kopfüber, bis zu den Kiemen im Sand, nach Schnecken und Würmern suchen. Und ich wünsche mir, dass alle Teichbesitzer und vor allem die Teichfische diesen Genuss erleben dürfen! Die Voraussetzungen dafür sind, dass nicht rundherum Plastik, sondern ein Stück Lebensraum geschaffen wird, in denen die Natur eine Chance erhält.
Freunde der Aquaristik haben sich die Beobachtungen des Verhaltens von Fischen zum Hobby gemacht. Die vielen quirligen Facetten im Wasser eines gut gepflegten Aquariums bringen in jede Wohnung eine lebendige Atmosphäre und dem Betrachter bereits nach wenigen Minuten Entspannung.

Klares Wasser im Gartenteich

Die Biologie bestimmt die spätere Qualität eines Teiches. Was beim Bau eines Gartenteiches zu beachten ist, von der Notwendigkeit einer Filteranlage bis hin zum Baumaterial, will gut durchdacht sein. Diese Biologie kann nicht funktionieren, indem ein Loch in den Boden gegraben wird, das mit einigen Quadratmeter Folie ausgelegt wird. Zum Schluss werden Wasser eingelassen und am Rand einige Pflanzen eingesetzt das wird kein Gartenteich! Auch wer einen Fertigteich anstelle von Folie kauft, hat zwar Geld ausgegeben und gearbeitet, aber er hat keinen Gartenteich geschaffen!
Leider bilden diese Maßnahmen aber die Regel beim Teichbau. Unwissende setzen dann nach nur wenigen Tagen Fische ein, weil der Händler meint, dass man das ruhig machen könne. Leider haben die Wassertiere weder ein Mitspracherecht noch können sie streiken.
Wer einen Teich anlegen will, holt sich oft Rat bei Nachbarn, die selbst Teichbesitzer sind, besorgt sich Prospektmaterial in Baumärkten, kauft preiswerte Bücher zum Selbstbau und versucht mit diesen Hilfsmitteln, seinen individuellen Teich zu entwickeln. Aus der Lektüre geht meist hervor, dass eine Tiefe von einem Meter ausreicht, um allen Fischen ein Überwintern zu sichern. So gräbt der Teichbauer das Loch maximal einen Meter tief, die Arbeit ist hart und für das ausgegrabene Erdreich ist gerade genug Platz, um es auf dem eigenen Grundstück unterzubringen. Wenn der Teich fertig ist, kann der Besitzer für einige Wochen seinen Teich genießen, bis dann das Wasser von Tag zu Tag grüner

wird und er sich sorgenvoll im Fachgeschäft beraten lässt.
Der Händler rät seinen Kunden in der Regel zum Algenvernichter, der nach Gebrauchsanweisung zu verwenden ist. Schon wenige Stunden nach der Verwendung eines Algenvernichtungsmittels ist der Erfolg sichtbar: Die Algen sind verschwunden und das Wasser ist wieder kristallklar. Aber die Freude hält nicht lange an. Schon nach einigen Wochen, bei warmen Wetterlagen auch eher, beginnt der Ärger von vorn. Das Wasser wird erneut grün und die Fische schwimmen an der Wasseroberfläche und schnappen nach Luft.
Der Verkäufer im Fachgeschäft weiß Rat, der sinnvoll erscheint: Gegen die Algenplage empfiehlt er ein Mittel, das besser und länger wirken soll. Gegen die Luftknappheit sollte ein Sauerstoffsprudler oder Oxidator installiert werden. Ein folgsamer Teichbesitzer kann mit diesen Maßnahmen einige Monate aufatmen, bis sich dann die Algen auch an allen Teichwänden und Steinen festsetzen.
Es braucht lange, das Misstrauen des Teichbesitzers zu wecken. Weitere kostspielige Anschaffungen werden empfohlen. Ein Filtersystem mit UV-Lampe soll das Wasser das ganze Jahr sauber halten, "garantiert". Diese Anschaffung kostet den Kunden bis zu 1000 Euro. Der Kunde wird in etwa einem Jahr eine neue Lampe kaufen, da sie nach einer begrenzten Stundenzahl nicht mehr leuchtet. Diese zusätzlichen Ausgaben, die oftmals die Kosten der Teichherstellung überschreiten, sind für Industrie und Handel sehr lukrativ. Jedoch handelt es sich bei Filtern mit UV-Licht um eine Täuschung. Sie lösen die Probleme nicht, weil biologisch wichtige Vorgänge vernichtet werden! Im Schwimmteichbereich sind diese Filter mit UV-Licht durch den Verband der Schwimmbadhersteller verboten worden, die Gefahr von allergischen Hautkrankheiten, besonders bei Kindern, sei zu hoch.

Filtersysteme mit UV-Licht

Wird ein Gartenteich falsch angelgt, entstehen unweigerlich Algenprobleme. Das Filtersystem mit UV-Licht täuscht dem Teichliebhaber ein biologisch funktionierendes System nur vor. Der Kunde ist der Meinung, er habe für sein Geld alles bekommen, was für einen fachlich richtig angelegten Gartenteich notwendig ist. Jedoch werden die Fehler der Teichanlage durch den Filter mit Lampe nur kaschiert.
Es ist große Vorsicht geboten, wenn ein Teichbauer nach Fertigstellung des Teiches einen Filter mit UV-Licht kaufen soll, denn für einen richtig angelegten Teich sind solche technischen Vorrichtungen unnötig. Die Natur ist viel besser in der Lage, das Teichwasser sauber zu halten. Mit diesem künstlichen Filtersystem wird das Teichwasser an der UV-Lampe vorbeigeführt. Durch die vernichtenden UV-Strahlen platzen alle Kleinstlebewesen auseinander auch die Alge und das Wasser wird sterilisiert, also abgetötet. Das tote Material wandert durch das System in den Teich und setzt sich ab. Einige Filter-Hersteller versuchen den Eindruck zu erwecken, alles tote Material würde hinter der Lampe mittels Filterschwamm abgefangen, das ist aber nicht möglich. Es bleiben zwar einige Algenklumpen im Schwamm hängen, aber die wichtigsten abgetöteten Kleinstlebewesen sind so klein, dass es nicht möglich ist, sie abzufangen.
Kristallklares, sterilisiertes Wasser lässt Sonnenstrahlen ungehindert bis in tiefe Regionen vordringen. Die Fische, von Natur aus an solche Sicht nicht gewöhnt, werden sehr unruhig, ihnen fehlt der natürliche Sonnenschutz. Im Unterschied zu biologisch gereinigtem Teichwasser enthält das Wasser, welches mit UV-Licht behandelt ist, nicht mehr die Milliarden von Mikroorganismen. Doch die sind nötig, um alle anfallenden Fremdstoffe zu verwerten und damit das Revier sauber zu halten. Nur wenn alle biologischen Verhältnisse stimmen, kann das Wasser nicht verschmutzen. Nur dann haben Algen keine Chance, das Wasser grün werden zu lassen. Algen sind unverzichtbare Bestandteile eines Gewässers und müssen in genügender Zahl vorhanden sein, denn sie sind die Kinderstube aller Kleinstlebewesen. Auch wenn es bei warmen Wetterlagen nicht möglich ist, mehr als zwei Meter in die Wassertiefe zu schauen, muss der Besitzer eines biologischen Teiches nicht verzweifeln.
Die Wasserfarbe ist im Sommer leicht bräunlich bis grau, weil das einfallende Licht alle im Wasser schwimmenden organischen Materialien mit Chlorophyll färbt. Wenn die Lichtstrahlen das Dickicht an Lebewesen durchdringen müssen und immer wieder auf ihrem Weg in die Tiefe unterbrochen werden, kommt es zu der Verfärbung und der damit verbundenen Sichtverschlechterung. Die Sonnenstrahlen werden gebrochen und genau das ist von der Natur so eingerichtet, um allen im Wasser lebenden Tieren einen gewisser Schutz zu geben. Gleichzeitig dienen diese vielen Kleinstlebewesen den Fischen, Fröschen usw. als wichtige Nahrungsquelle. Im Herbst, wenn die Wassertemperaturen zurückgehen, die Sonnenstrahlen flacher und schwächer werden, ziehen sich die kleinen wasserreinigenden Organismen in ihre Schutzräume, den Sand, zurück und das Wasser klart auf.
Wir müssen lernen, dass biologische Zusammenhänge nur dann funktionieren, wenn wir die Kette normaler Lebensrhythmen nicht unterbrechen. Bei Bedarf sollten wir helfen, nicht aber die Regulierung biologischer Zusammenhänge zerstören. Stellen Sie sich vor, wir würden alle in der Luft schwebenden Kleinstlebewesen zerstören: Es würden 80 Prozent unserer Vogelwelt unweigerlich nach wenigen Tagen verenden!
Wasser mit UV-Licht behandelt, lässt Sonnenstrahlen ungehindert tief ins Wasser eindringen. Fische und Frösche können nirgendwo im Teich Schutz suchen, aber auch sie können einen Sonnenbrand bekommen. Außerdem bedeutet die klare Sicht ein hilfloses Ausgeliefertsein, zum Beispiel einem Fischreiher gegenüber.

Die Planung eines Gartenteiches

Die ersten Planungen sollten klären, ob ein großer oder kleiner Gartenteich angelegt werden soll und welchen Zweck er erfüllen soll. Es macht einen Unterschied, ob ein Teich mit Fischbesatz entstehen soll oder ein Teich mit Pflanzen, ein Biotop, das auch gedacht ist für Molche, Frösche und andere Arten aus dem Bereich der Amphibien.
Auf alle Fragen einzugehen, würde den Rahmen dieses Ratgebers bei weitem sprengen. Deshalb werde ich hier nur die wichtigsten Aspekte schildern. Vorab rate ich jedem, der einen Teich plant, selbst einmal in der Natur zu forschen.

Es lässt sich schnell entdecken, dass Naturgewässer, Baggerseen und deren Strände sehr sauber sind.
Trotz Einleiten vieler Fremdstoffe ins Meer finden Menschen dort Erholung und sauberes Wasser. Hier lässt sich mehr lernen als aus den meisten Fachbüchern oder Prospekten mit ihrer versteckten Werbung.

Die Anlage eines Gartenteiches

Das preiswerteste Baumaterial ist zur Zeit die Folie. Qualitätsware ist wichtig und sollte immer im Fachgeschäft gekauft werden, dann ist eine Lebensdauer von über 20 Jahren zu erwarten. Verarbeiten Sie keine Folie unter einer Stärke von einem Millimeter.
Der Einbau von Kiessand ist der wichtigste Faktor. Ich verarbeite Estrichsand in der Körnung 1 bis 8 Millimeter. Diesen wasche ich so lange, bis keine Feinteile mehr abgeschwemmt werden. Er wird immer von oben genommen, da die Feinteilchen nach unten abgespült werden. Wenn Sie keine Grundwasserprobleme haben, dann gehen Sie so tief wie möglich ins Erdreich. 2 bis 3 Meter Tiefe sollten Sie mindestens erreichen, damit ein ausreichender Schutz gegen Sonnenstrahlen besteht. Alle Flächen werden in Stufenform modelliert, so wird der Sand auf der Folie gehalten, ohne das dieser abrutscht.
Siehe Bild.
Auf jede Stufe wird eine Porotonsteinmauer gesetzt. Dieses Material wird aus Naturton hergestellt und beinhaltet keinerlei toxische Stoffe. Das Röhrensystem dieser Steine bildet schon ein Filtersystem für sich. Beim Einbau werden immer die Öffnungen nach vorn gesetzt. Wenn alle Stufen mauerartig zugestellt sind (trocken und ohne Zement setzen), kann der gesamte Rückraum, bis hin zu der darüberliegenden Stufe, so mit Sand angeschüttet werden, wie ich es vorher beschrieben habe. So entsteht vom Teichgrund bis zur oberen Kante eine geschlossene Sandschicht in der Stärke von ca. 30 Zentimeter. Die Faustregel lautet: 5 Kubikmeter Teichwasser und mindestens 2 Kubikmeter gewaschener Sand!
Wenn Sie einen Fischteich planen, denken Sie daran, dass Fische Unterschlupfmöglichkeiten benötigen, sorgen Sie deshalb für Schutzräume, hier sind zum Beispiel Tonrohre oder Wassereimer mit großen Löchern geeignet. Für Jungfische und Kaulquappen ist locker geflochtener Birkenreisig zu empfehlen.

Faulschlammbildung durch eingebauten Sand

Ich arbeite in die unterste Sandschicht 2 Kilogramm Zeobakterlith pro Kubikmeter ein. Durch diese Beimischung verhindere ich für die nächsten Jahre eine Faulschlammbildung. Kommt es trotzdem zu Ablagerungen am Grund, kann man zu jeder Jahreszeit kleine Mengen Zeobakterlith von oben nachstreuen. Schon geringe Mengen binden sofort die richtigen Bakterien zum Abbau der abgesunkenen Teilchen und minimieren die Bildung von Faulgas.
Die erste Stufe wird mit mindestens 10 Wasserpflanzen pro Quadratmeter bepflanzt. Ein gutes Gemisch aus vielen Pflanzensorten ist nicht nur hübsch anzusehen, sondern lockt auch viele Arten von Insekten an den Teich. Auf Rohrkolben sollte verzichtet werden, auch Lilien sind nur in Maßen einzusetzten. Diese beiden Sorten Wasserpflanzen wachsen sehr stark, überwuchern alle Kleinpflanzen und haben durch ihre starke Halmmasse den Nachteil, dass sie durch den winterlichen Verrottungsprozess zu viel Faulschlamm hinterlassen. Wenden Sie sich bei Bedarf immer an eine Baumschule für Wasserpflanzen.
Faulschlamm-Faulgase gehören zu den Kriterien der Landschaftsgärtner, weshalb sie keinen Sand einbauen wollen und auf Bodenabläufe fixiert sind. Bei flachen Gewässern, hohem Fischbesatz und Laubeinfall kann Faulgas sicherlich zum Problem werden. Aber auch hier gibt es Abhilfe: Die eingebaute Sandschicht sollte mindestens 40 Zentimeter im Bodenbereich betragen, um hohe Konzentrationen an wasserreinigenden Organismen zu binden. Mein Rat: Ist diese Technik nicht anwendbar, dann streuen Sie in Abständen von jeweils ca. 8 Tagen kleine Mengen Zeobakterlith ins Wasser. Die dann am Boden liegenden Zeolithsteinchen (noch besser in Pulverform) beschleunigen den Zersetzungsprozess und binden alle aufsteigenden Gase, bevor der Winter einsetzt. Seit vielen Jahren empfehle ich Besitzern von Kleinteichen mit hoher Belastung diese Technik.
Die Anzahl der Pflanzen berechnet man folgendermaßen: Es sollten 30 Prozent der gesamten Wasseroberfläche bepflanzt sein. Nur sporadisch eingesetzte Pflanzen haben keinen Sinn. Vermeiden Sie langgezogene Flachwasserzonen oder die immer wieder angepriesenen Sumpfzonen. Ein sehr stark bepflanzter Randstreifen ist wichtig. Die Bepflanzung sollte stark sein, mit mindestens 10 Pflanzen pro Quadratmeter, damit nach möglichst kurzer Zeit der Pflanzbereich zugewachsen ist und Sonnenstrahlen nicht mehr an die unter den Pflanzen liegende Sandschicht treffen.
Setzen Sie alle Pflanzen in den angeschütteten Sand. Zu dicke Teicherde an den Pflanzenwurzeln sollte leicht abgewaschen werden. Auf keinen Fall darf Teicherde oder Lehm als Pflanzen-Untergrund eingebaut werden. Alle eingesetzten Pflanzen müssen von der Energie des Wassers leben. Sie haben keine Nährstoffgrundlage außer der Wassertropfen, die den Pflanzen Energie geben und sie wachsen lassen. (Setzen Sie zum Beispiel den abgeschnittenen Zweig eines Forsythienstrauches, einer Weide, Pappel oder das Blatt eines Usambara-Veilchens in ein Glas Wasser, werden Sie schon nach kurzer Zeit feststellen, dass sich Wurzeln bilden, auch ohne jeden Dünger. Selbst aus Leitungswasser können Pflanzen Energie gewinnen.)
In einer Tiefe von 50 bis 75 Zentimetern wird eine große Anzahl Tannenwedel, Seekanne, Igelkolben und Sumpfschachtelhalm dicht gepflanzt, mindestens 5 Stück pro Quadratmeter. Die darunter liegenden Zonen können Sie unbepflanzt der Natur überlassen. Die beiden bepflanzten Stufen werden zwangsläufig zu Bio-Filtern. Denn weil keine ausreichenden Nährstoffe vorhanden sind, müssen die Pflanzen aus dem Teichwasser alles Nährstoffhaltige herausfiltern. Die Algen werden kaum eine Chance bekommen, sich übermäßig zu vermehren. Sie sind in genügenden Mengen vorhanden und das ist auch gewollt. Sie können den Teichliebhaber nicht verärgern, denn das Wasser bleibt sauber! Und diese biologischen Verhältnisse funktionieren viele Jahre, ohne dass der Mensch eingreifen muss.
Wichtig: Im ersten Jahr zeigen alle Pflanzen wenig Wachstum, einige sehen sogar kümmerlich aus, im zweiten Jahr entwickeln alle Pflanzen ihre volle Größe und blühen reichlich. Setzen Sie im ersten Jahr keine Schwimmpflanzen ein, da die in der Sandschicht stehenden Wasserpflanzen so hohe Nährstoffkomponenten aus dem Wasser ziehen, dass die frei schwimmenden Pflanzen nicht in der Lage sind, die restlichen Nährstoffe für sich in Energie umzuwandeln. Wer trotzdem Krebsscheren, Wassersalat, Hyazinthen und weitere Schwimmpflanzen einsetzt, wird schnell erkennen, dass diese Pflanzen glasig werden, keinerlei Wachstum zeigen oder sogar eingehen.

Wie man Seerosen pflanzt


In vielen Prospekten und Büchern wird dazu geraten, Seerosen in einer Tiefe von 100 bis 120 Zentimeter zu setzen. Es wird oft völlig falsch auf Abbildungen gezeigt, wie ein Korb mit einer Seerosenpflanze auf dem Teichgrund steht. Seerosenkörbe dürfen nicht am Grund stehen! Stellen Sie in eine tiefer gelegene Zone einen oder mehrere Kübel, auch Regentonnen sind geeignet. Schneiden Sie mehrere große und kleine Löcher in Seitenwände und Boden. Der Kübel wird nun mit der Öffnung nach unten eingesetzt. Auf den durchlöcherten Boden wird nun der Seerosenkorb gestellt. Legen sie eine alte Gardine oder ein Stück Juteleinen hinein und füllen den Korb bis zu 60 Prozent mit Blähton. Dann folgt bis zum oberen Rand eine Sandschüttung. In diese Schüttung werden 1 bis 3 Seerosen gesetzt. Bei Seerosen verbleibt die Teicherde am Wurzelwerk.
Die Vorteile durchlöcherter Kübel: Sie bieten ideale Unterschlupfmöglichkeiten für Fische und Frösche zu allen Jahreszeiten. Außerdem wachsen nach ein bis zwei Jahren, spätestens aber im dritten Sommer, die Wurzeln der Seerose durch die Löcher des Korbes. Da sie nicht am Boden weiterkriechen können, schweben sie frei im Wasser und bilden einen exzellenten Bio-Filter. Aber noch wichtiger ist, dass im Wurzelwerk der Seerosen eine ideale Kinderstube für Jungfische und Kaulquappen entsteht.
Siehe Abbildung.

Ich könnte noch viele Pflanzen, Pflanzmöglichkeiten und Bio-Systeme aufzählen, aber es würde den Rahmen dieses Ratgebers sprengen und vielleicht einige Leser langweilen. Doch im Sommer 2002 werde ich eine erweiterte Lektüre mit vielen Bildern und Zeichnungen herausgeben, die allen Liebhabern natürlicher Teiche für noch ausführlichere Informationen zur Verfügung stehen wird.

Wichtig bei einem Gartenteich mit nackten Wänden

Viele Millionen Gartenteiche sind bereits falsch angelegt worden. Eine Umgestaltung wird bei den meisten Teichen nicht möglich sein. Trotzdem sollte jeder Teichbesitzer mithelfen, den Teichbewohnern das Leben so erträglich wie möglich zu machen!
Schaffen Sie biologische Lebensräume. Wo Sandanschüttungen nicht möglich sind, können steile Folienwände mit speziellen Matten verkleidet werden. Kokos ist nicht geeignet, da es es nach einiger Zeit zerfällt. Mein Lösungsvorschlag: eine Filtermatte, gefüllt mit mehreren Mineralien. Ungefähr 5 Zentimeter stark, 40 Zentimeter breit und 80 Zentimeter lang ist die Filtermatte Wandolith.
An glatte Wände ins Wasser gehängt schafft sie viel Lebensraum für wasserreinigende Kleinstlebewesen. Schon nach wenigen Tagen beginnt im Inneren das biologische Leben, das die Wasserqualität verbessert. (Die Filtermatte Wandolith und das speziell veredelte Zeobakterlith sind zu empfehlen, sie gelten als zur Zeit wichtigste Filtersteine für die Wassertechnik.)
Zeobakterlith ist ein so wichtiger Baustein im Teichbau, weil die Oberfläche dieses Gesteins stark zerklüftet ist und deshalb über eine ungewöhnlich große Ansiedlungsfläche verfügt. Mit diesem Mineral werden falsch konstruierte Teiche in nur wenigen Tagen zu biologischem Leben erweckt. Weitere Vorteile dieses Gesteins sind der Anteil der Hohlräume am Gesamtvolumen beträgt 50 Prozent, was eine Oberfläche am Gestein von 500 bis 800 Quadratmeter pro Gramm ergibt. Die Länge der Hohlräume, welche in 1 Gramm Zeobakterlith enthalten sind, ergeben eine Strecke von mehreren Millionen Kilometer. Im Vergleich zu einem haushaltsüblichen Naturschwamm, der eine Oberfläche von 30 bis 100 Quadratmeter Gesamtfläche hat, ist auch die magnetische Kraft des Gesteins hervorzuheben, mit der organische und gasförmige Stoffe angesaugt und gebunden werden. Da die Hohlräume in kurzer Zeit von vielen wasserreinigenden Kleinstlebewesen, den Mikroorganismen, besiedelt werden, wird jedes Steinchen zum Kleinklärwerk.
Es würde zu weit führen, alle Bakterienstämme aufzuführen würde, die Hohlräume besiedeln, aber alle, die mit Teichbau zu tun haben, sollten sich die Winzlinge einmal unter dem Mikroskop anschauen. Mikroorganismen bestimmen das Leben auf unserer Erde und ohne sie gäbe es auch nicht die Selbstreinigung von Ozeanen, Baggerseen oder Gartenteichen.
Siehe Abbildung.

 





1.Bild ) Oberfläche Zeolith unbehandelt
2.Bild ) Oberfläche Zeolith mit Bakterien nach ca. 8 Tagen
3.Bild) Oberfläche Zeolith starker Besatz mit Bakterien nach 2 Wochen.

 

Auch Kläranlagen funktionieren nach diesem Prinzip. Nur eine ausreichende Zahl an Kleinstlebewesen kann die Fäkalien angreifen und zersetzen. Ohne jegliche weitere Hilfe ist nach 3 bis 4 Kammern das Wasser so sauber, dass Forellen in dem Wasser schwimmen könnten. Ich möchte die Wirkung von Mikroorganismen anhand eines Versuchs verdeutlichen: In ein Glas Wasser geben wir ein viertel Liter Wasser und einen Tropfen Milch und schütteln diese Mischung. Das Wasser ist getrübt, und die Trübung bleibt 2 bis 3 Tage bestehen, bis sie allmählich wieder verschwindet. Sobald das Wasser wieder klar ist, setzen wir wieder einen Tropfen Milch hinzu und warten, bis die Trübung verschwunden ist. Den Tropfen Milch können wir immer wieder zugeben und werden feststellen, dass das Wasser immer weniger Zeit braucht, um wieder klar zu werden. Nach 1 bis 2 Wochen wird sich das Wasser schon in wenigen Stunden klären. Die Ursache hierfür ist das Bilden eines leicht klebrigen Belages an der Gefäßwand, es findet eine so genannte Mineralisierung statt. Und im Wasser schweben winzig kleine graue und weißliche Flocken, die Mikroorganismen. Diese Winzlinge leben von den organischen Stoffen in der Milch (Eiweiß, Fett, Zucker) und zerlegen sie in Mineralsalze. Je mehr Bakterien vorhanden sind, um so schneller wird die Milch gereinigt. Wenn man jedoch die Anzahl der Milchtropfen erhöht, entwickeln sich rasch gestörte Abläufe: Weil für die Mikroorganismen, die sich vorher gebildet haben, die Menge zusätzlicher Milchtropfen zu hoch ist und deshalb nicht rasch genug abgebaut werden kann, entsteht ein übel riechendes Faulgas und am Grund setzt sich Schlamm ab.
Im Gartenteich herrschen die gleichen Abläuf, deshalb kann nicht darauf verzichtet werden, Räume zu schaffen, in denen sich die wichtigen wasserreinigenden Bakterien ansiedeln können. Nackte Folienwände können geeignete Lebensräume nicht ersetzen! Eine Studie belegt, dass über 90 Prozent der künstlich angelegten Teiche über keine biologischen Lebensräume verfügen. Keine Filtertechnik kann diesen Mangel ausreichend regulieren, aber es gibt einen Weg zu einem gesunden Lebensraum: Wer einen Filter besitzt, sollte aus dem Filtersystem alle vorhandenen Filtermaterialien herausnehmen und diese Freiräume mit Zeobakterlith auffüllen. Damit der Filter nicht zu schnell verschlammt, wird in den Einlaufbereich Filterwatte gelegt, um Grobteile wie Blätter usw. abzufangen. Der Durchlauf wird stark gedrosselt, denn je langsamer Wasser durch ein Filtersystem fließt, um so besser wird es biologisch gereinigt. Wenn kein Filter vorhanden ist, kann Zeobakterlith in kleine Netzbeutel oder Damenstrümpfe geschüttet werden. Diese Beutel werden ca. 30 bis 40 Zentimeter unter die Wasseroberfläche gelegt. Ungefähr 1 bis 3 Kilo pro 1 Kubikmeter Teichwasser reichen aus, um eine erhebliche Verbesserung der Wasserqualität zu erhalten.

Teicherde und andere Fremdstoffe

Ein Erfolg wird sich nur einstellen, wenn alle Fehler korrigiert werden. Es müssen Fremdstoffe aus dem Wasser genommen werden. Dazu gehören Teicherde, Teichpflanzensubstrate, Hornspäne, Dünger für Wasserpflanzen, Lehm vom landwirtschaftlichen Acker, Ton, Lehm, kalkhaltige Steine, Gartenerde, Kompost, Grasssoden, Torf, Rinde, Stroh, Grobkies, Findlinge, aufgefangenes Regenwasser, Steinplatten, Kalksandsteine, Materialien aus Beton. Diese Liste ist unvollständig, jedoch können Sie bei Ihrem eigenen Teich nachsehen, ob er etwas enthält, was nicht hinein gehört.
Diese Materialien sind nicht in einem Naturgewässer zu finden und dürfen auch nicht in einen Gartenteich, sie sind Fremdstoffe! Teicherde beispielsweise ist völlig überflüssig im Teichbau, denn warum sollen wir die Wasserpflanzen mit Nährstoffen versorgen? wo doch alle Wasserpflanzen haben in der Natur die Aufgabe Nährstoffe abzubauen, um Algen keine übermäßigen Nährstoffe zukommen zu lassen. Und wer Wasserpflanzen mit Teicherde einsetzt, kann davon ausgehen, dass diese Pflanzen in den nächsten 10 Jahren keine Nahrung aus dem Teichwasser aufnehmen werden. Denn die einmal eingegebenen Mengen an Teicherde werden von den Pflanzen nicht abgebaut. Die im Sommer verbrauchten Nährstoffe werden im nächsten Winter durch den biologischen Verrottungsprozess wieder zurücktransportiert und für den nächsten Sommer gespeichert. Teicherde, Lehm, Torf, Ton, Hornspäne und sonstige organischen Materialien dienen nur dem Auge des Teichbesitzers. Für die wichtigen biologischen Prozesse sind sie allerdings wertlos - sie kosten nur Geld!
Pflanzen und Mikroorganismen arbeiten zusammen. Die Mikroorganismen zersetzen alle organischen Materialien wie bei dem Beispiel mit der Milch. Und die durch den Zersetzungsvorgang erzeugte Nährstoffkette wird wiederum von den Wasserpflanzen benötigt, um wachsen zu können. Alle Fremdstoffe, die zusätzlich ins Wasser gelangen, können dieses Gleichgewicht empfindlich stören.
Auch Regenwasser, das von Dächern in kleine Teiche geleitet wird, kommt nicht in Frage. Stellen Sie sich vor, es hat im Sommer einige Tage oder Wochen nicht geregnet. Plötzlich gelangen mit einem Gewitterregen einige Kubikmeter Wasser in den Teich und mit diesem Wasser werden große Mengen an Staub und Pollen in den Teich gespült. Kleine Teiche können diese Energie nicht mehr abbauen und viele Algenkulturen erhalten ihre Chance, sich zu vermehren. Gewitterregen kann aber auch statisch stark aufgeladen sein, was man daran erkennt, dass das Wasser stark bläulich schimmert. Gewitterregen kann auch sehr niedrige PH-Werte mit sich bringen, Werte von unter 4 sind keine Besonderheit. Das Wasser wird dann so sauer, dass alle Kleinstlebewesen sofort ihre Tätigkeit für einige Tage einstellen. Regenwasser darf nicht in den Gartenteich eingeleitet werden!

Findlinge im Gartenteich

Findlinge und Grobkiesel gehören auch nicht in den Teich. Sie sind zwar begehrte Bauobjekte im Teichbau und sind besonders beliebt im Flachwasserbereich, aber sie werden von der Sommersonne mit Wärme aufgeladen. Wenn sich in den Nachtstunden das Wasser regeneriert, also Wärme abgibt und Sauerstoff aufnimmt, verhindern die großen Steine diesen wichtigen Vorgang. Denn die aufgeheizten Steine geben auch nach Sonnenuntergang noch viele Stunden Wärme ab und verhindern somit erheblich den Sauerstoffaustausch.
Große Probleme bereiten auch die so genannten Großkiesel und Findlinge aus der Feldmark. Zur Zeit werden auch viele Großkiesel aus Ostblockländern nach Deutschland importiert. Diese Steine werden dort von landwirtschaftlichen Flächen genommen und sind mit Dünger und Pflanzenschutzmittel kontaminiert. Ich habe Steine gesehen, an denen noch Gülle klebte und die nach Gülle rochen und habe sie untersuchen lassen. Dabei stellte sich heraus, dass Pflanzenschutzmittel und Stickstoffe in höchster Konzentration vorhanden waren. Das Reinigen mit einem Dampfstrahler war nicht möglich, und selbst über viele Tage in Lauge eingelegte Steine gaben schon nach kurzer Zeit wieder Giftstoffe an das Wasser ab. Legt man solche Steine in einen Teich, kommt es sofort zu toxisch belasteten
Wasserwerten. Wissenschaftler wissen, dass dieser Prozess bis zu 20 Jahre anhalten kann.
Eine weitere Gefahr für Teichwasser ergibt sich durch Findlinge: Jede Steinsorte verursacht verschiedene Schwingungen, die das gesamte Leben in einem Teich völlig durcheinander bringen können. Handelt es sich um Findlinge aus bestimmten Graniten, Basalten oder Kalksandstein-Formationen, kann das gesamte Zusammenspiel der biologischen Kräfte stark herabgesetzt werden. Wenn bestimmte Mikroorganismen fehlen, weil sie aufgrund starker Schwingungen nicht leben können, werden auch bestimmte organische Stoffe nicht abgebaut und schon sind die Algenkulturen in der Lage, mit ihrem ungebremsten Wachstum Teichwasser in eine Kloake zu verwandeln. Durch das Zusammenspiel von belasteten Steinen, Sonne und Wasser werden Toxine freigesetzt, die zu einer Vergiftungsgefahr für alle Wasserbewohner führen kann.
Ich habe einige solcher Teiche gesehen: klares Wasser, guter Pflanzenwuchs aber Fische mit reichlich Karpfenläusen und verkrümmten Rückenpartien. Steine von landwirtschaftlichen Flächen dürfen nicht verwendet werden! Wer auf große Steine dennoch nicht verzichten will, sollte nur Endmoräne-Kiesel kaufen und diese Steine so einbauen, dass sie mit dem Teichwasser möglichst keinen Kontakt haben.

Accessoires für den Teich

Es ist ein angenehmes Geräusch für uns Menschen, wenn Wasser aus Fontänen, Sprudlern oder gar Wasserfällen plätschert. Bei großen Teichanlagen von mindestens 150 Quadratmetern Oberfläche ist das in Ordnung, aber die Installation in Mini-Teiche bedeutet Tierquälerei. Wasser ist der beste Überträger von Schallwellen. In einem kleinen Becken sind die Fische durch das plätschernde Wasser unerträglichen Geräuschen ausgesetzt. Außerdem können viele Fontänen oder Wasserfälle großen Schaden anrichten. Wer sie nicht richtig einsetzt, schadet den biologischen Abläufen, weil die Wasserqualität verschlechtert wird, auch wenn Werbung oder Literatur etwas anderes versprechen.
Stellen Sie sich einen Tag im Hochsommer vor, mit blauem Himmel und Temperaturen zwischen 25 und 30 Grad und ein Bachlauf oder eine Fontäne plätschert welch angenehme Atmosphäre. Hier ist jedoch Vorsicht geboten! Wenn Wasser durch warme Luft geschickt wird, können die im Wasser vorhandenen kühlen Sauerstoffmoleküle sofort entweichen. Jeder Wassertropfen nimmt die Wärme mit in den Teich, und die Wassertemperatur steigt in wenigen Stunden auf 25 bis 30 Grad an. Und da warmes Wasser kaum Sauerstoff speichern kann, wird der vorhandene Sauerstoff im Teich immer geringer. An warmen Sommertagen sollten solche "Spielereien" abgestellt werden und erst in der Nacht wieder betrieben werden! Wasser nimmt durch den Kontakt mit der Nachtluft Kühle und Sauerstoff auf.
Steigen im Sommer die Wassertemperaturen über 28 Grad und wird der vorhandene Sauerstoff geringer, dann stellen die meisten wassereinigenden Kleinstlebewesen ihre Tätigkeit vorrübergehend ein. Bei ohnehin gefährdeten Teichen kann es dann zum so genannten ,,Umkippen'' kommen. Ich habe viele Forellenteiche gesehen, in denen der gesamte Forellenbestand in nur zwei Stunden verendet war, weil durch zu starke Erwärmung der Sauerstoff fehlte.

 

Ansaugpumpen für Filter und Bachläufe

 Achtung: für reine Gartenteiche sollten keine Wasserspiele, Umwälzungen, Bachläufe etc. verwendet werden. Dies fördert das Algenwachstum.

 

Wenn Filter, Fontänen und Bachläufe betrieben werden, ist darauf zu achten, dass kein Wasser unterhalb von 60 Zentimeter angesaugt wird. In den Sommermonaten sollte Teichwasser aus Tiefen unter 60 Zentimeter nicht ans Licht transportiert werden. Pumpen werden ca. 10 bis 15 Zentimeter tief eingebaut.
Teiche mit Bodenabläufen findet man überwiegend bei Koi-Teichen, sie funktionieren nicht auf der Basis von ,,Selbstreinigung". Besitzer von Wasserbecken investieren erhebliche Geldbeträge für mechanische Filtersysteme mit UV-Licht, Eiweißabschäumer usw. Inzwischen hat die Industrie ein weiteres Vernichtungsgerät entwickelt, das auf der Basis von Mikrowellen arbeitet! Ganz neu ist ein Gerät, das durch Ozon Leben vernichtet.
Wasser darf nicht aus tieferen Zonen transportiert werden, weil biologisch funktionierende Gewässer nach diesem Prinzip aufgebaut sind: Verschiedene Gruppen von Mikroorganismen-Stämmen befinden sich revierartig in verschiedenen Ebenen, je nach Sonneneinstrahlung und Tiefe. Je tiefer der Teich, desto mehr verschiedenartige Sorten von Mikroorganismen sind im Wasser angesiedelt und das ist gut für die Biologie im Wasser. Wenn also Wasser aus allen Zonen durch falsch positionierte Ansaugpumpen in Richtung Filter, Fontäne oder Bachlauf transportiert wird, werden die wasserreinigenden Stämme durcheinander gewirbelt. Um wieder die Wasserreinigung übernehmen zu können, müssen sie sich neu formieren, orientieren und wieder eine Einheit bilden. Diese biologischen Abläufe regeln die gesamte Selbstreinigung unserer Naturgewässer, vom Ozean bis hin zum kleinsten Gartenteich. Jeder kennt das Ökosystem im Wattenmeer. Wenn dort übermäßig viele Fremdstoffe wie Öl, landwirtschaftliche Düngemittel oder Bohrschlamm eingeleitet werden und sich durch Wasserwirbel an bestimmten Stellen absetzen, bricht das biologische Fresssystem der Mikroorganismen zusammen und es entstehen hässliche schwarze Flecken. Jeder Teichbauer sollte sich danach richten, weil auch in künstlich angelegten Teichen diese Abläufe stattfinden.
Bodenabläufe sind eine Erfindung der Industrie. In einem Teich, der nach biologischen Gesetzen gebaut ist, sind leichte Ablagerungen vorhanden. Etwas Schlamm setzt sich auf dem Boden ab, dieser wird automatisch im Laufe eines Sommers von Mikroorganismen zersetzt. Es ist auch ohne Bedeutung für die Wasserqualität und den Fischbestand, wenn sich am Grund eines Teiches von ca. 2 Meter Tiefe pro Jahr einige Millimeter Schmutz absetzen. Bei diesen Ablagerungen handelt es sich um die Rückstände, die bei der Mineralisierung durch Bakterien zurückbleiben. Diese leichten Rückstände können die Wasserqualität nicht verschlechtern.
Wenn dann trotzdem Faulschlammbildung festgestellt wird, empfehle ich einfachen Trick: Man versenkt am tiefsten Punkt des Teiches eine Luftsprudelmatte, wie sie auch in Badewannen verwendet wird. Mittels eines kleinen Kompressors kann man für 1 bis 2 Tage in Abständen von 2 bis 3 Wochen Frischluft in den Teich pumpen. Dies sollte man allerdings nur bei Lufttemperaturen von unter 20 Grad vornehmen. In den Monaten von September bis Dezember kann mit diesem Hilfsmittel die Bildung von Faulgasbildung verhindert werden. Im übrigen ist es völlig ausreichend, wenn ein Teich alle 20 Jahre gereinigt wird!

Kois und andere Fische





 

 

 

 

 

 

 

Tierquellerrei

Unvernunft und Habgier
eines Tier-Liebhabers!

 

Den Filterherstellern und Händlern werden meine Ausführungen zwar missfallen, aber gerade Koi-Liebhabern möchte ich vermitteln, wie sie durch falsche Empfehlungen von Industrie und Handel in die Irre geführt werden: Durch die käfigartige Haltung der Kois, mechanische Filterung und Bestrahlung des Wassers mit UV-Licht sind die Kois zu Dauerpatienten vieler Tierarztpraxen geworden. Selbst die Tieräztliche Hochschule Hannover hat diesen neuen Trend. Die Tierärzte klagen über nicht mehr wirkende Medikamente, besonders Antbiotika, da der erhöhte Einsatz zur Immunisierung geführt hat. In besonders schweren Fällen werden spezielle Medikamente aus Amerika importiert. Und alle diese Probleme sind zurückzuführen auf die industrielle Züchtung, Aufzucht und Haltung. Von allen Fischarten sind Kois mit über 70 Prozent am meisten geschädigt.
Wer einmal eine Koi-Ausstellung besucht hat ahnt, dass hier zum Teil skrupellose Menschen am Werk sind, wenn die Fische vorgeführt werden. In kleinen runden Plastikbecken, die manchmal nur 3 bis 4 Meter
Durchmesser und einen Wasserstand von 50 Zentimeter haben, werden Kois mit einer Länge von 60 Zentimeter und mehr zur Schau gestellt. Es sind die schönsten Kois der Welt, die ausgestellt werden, und sie müssen mindestens 3 Tage diesen Zustand über sich ergehen lassen. Gleichzeitig strömen Koi-Liebhaber zu Tausenden durch die Hallen und versuchen zum Teil, diese schönen Geschöpfe zu streicheln. In den Hallen herrscht stickige Luft, die per Sprudler ins Wasser gepumpt wird. Wer den Züchtern zuhört, begreift schnell, dass es nicht um die Liebe zum Fisch geht, sondern um gute Geschäfte.
Auch andere Fische sind davon betroffen, als Handelsobjekt zu dienen und nicht artgerecht präsentiert zu werden. Ich habe Störe gesehen mit einer Länge von mehr als 2 Meter, die zu mehreren in einem Becken schwammen und als Fischbesatz für einen kleineren Gartenteich angeboten wurden. Einige Händler argumentieren so: Wenn Störe zwar natürlicherweise eine Größe erreichen, die die Kapazität eines Gartenteiches überschreitet, werden sie, wenn man sie klein genug kauft, aufhören zu wachsen. Auch dieses Verhalten zeigt, artgerechte Tierhaltung ist uninteressant, der Profit zählt!
(Ein Besuch der Grünen Woche in Berlin lohnt sich, hier kann man artgerechte Tierhaltung erleben und sich informieren.)

 

Die Höhe eines Gartenteiches im Gelände

 

 

Ein weit verbreiteter Fehler ist, dass die Teiche häufig als tiefster Geländepunkt abgebildet sind. Das ist für ein künstlich angelegtes Gewässer falsch. Wenn der Wasserspiegel tatsächlich unterhalb des Geländeniveaus liegt, besteht eine große Gefahr bei starken Regenfällen. Denn Rasenflächen, Blumenbeete oder Grobkiesflächen können die Wassermengen, die sich bei schweren Unwettern entladen, nicht aufnehmen. Bei Gewitterregen mit 40 bis 60 Liter Regenwasser pro Quadratmeter läuft Oberflächenwasser in den Teich. Deshalb sollten in unmittelbarer Nähe eines Teiches keine Böschungen angeschüttet werden. Auch bei Schneelagen tritt dieser Effekt auf, weil bei der Schneeschmelze und vielleicht noch leicht gefrorenem Unterboden auch hier das Wasser zum tiefsten Punkt fließt - in den Teich.
Bei dieser Art von Wasserzufuhr werden viele fremde Materialien in den Teich transportiert. Wenn dann die Wassertemperaturen im Frühjahr ansteigen, "blüht" im wahrsten Sinne des Wortes das Algenproblem. Manchmal kann man eine Fadenalge schon unter einer Eisdecke beobachten, wie sie Nährstoffe in Wachstum umwandelt.

 

Anleitung

(Bestellung Wandolithmatten)

 

 

1.) Legen Sie den Teich so an, dass die Wasseroberfläche 10 bis 20 Zentimeter über dem Geländeniveau liegt. Nageln Sie die Folie am Ende an ein Lattengestell (siehe Abbildung).

2.) Der Folienrand wird mit Grobkies abgedeckt oder mit einer Wandolithmatte abgehängt, um eine Kapillarsperre zu erreichen.
Koffern Sie das Erdreich tief genug aus. Je tiefer Sie den Teich anlegen, um so mehr Biologie baut sich später auf.

3.) Vermeiden Sie langgezogene Flachwasserzonen, und senken Sie schon nach der ersten Stufe mindestens 50 Zentimeter ab.
Verzichten Sie auf so genannte Sumpfzonen, sie sind - entgegen der landläufigen Meinung - zur Wasserreinigung ungeeignet.

4.) Die gesamte Folie sollte mit einer möglichst 30 Zentimeter starken Kiessandschicht abgedeckt werden, auch in den Tiefenbereichen.

5.) Wenn Sie es sich leisten wollen, können Sie hinter eine Porotonsteinmauer einen Rasensprengschlauch legen (flach mit Löchern), der an die Porotonsteine gebunden wird. Bei starker Verschmutzung des Wassers kann man dann mit einem Kompressor Luft in die betroffenen Regionen pumpen und die Ablagerungen so innerhalb einiger Tage entfernen.

6.) Lassen Sie kein Dachrinnenwasser in den Teich laufen und setzen Sie Fische frühestens 4 Monate nach Fertigstellung des Teiches ein.

7.) Wasser wird immer aus 2 bis 3 Meter Höhe mit einer feinen Brause nachgefüllt. Es nimmt Sauerstoff mit in den Teich. Weder Grundwasser noch Stadtwasser, das reichlich Chlor enthält, verfügen über Sauerstoff. Beides ist als Teichwasser ungeeignet, weil der Teich dadurch erheblich belastet wird.

8.) Wenn das Fischfutter nicht innerhalb weniger Minuten von der Wasseroberfläche verzehrt wird, sollte die Fütterung einen Tag ausgesetzt werden.

9.) Anstelle von reinem Fischfutter kann für alle Arten von Teichfischen - auch für Kois - eine preiswertere Alternative verfüttert werden: Mischen Sie 30 Prozent Fischfutter mit 70 Prozent Haferflocken.

10.) Vermeiden Sie folgende Bäume in Teichnähe: Eichen, Erlen, Eschen, Kiefern, Fichtenarten, Eiben und Thuja.

11.) Sorgen Sie für eine eisfreie Zone, möglichst in der Teichmitte, damit Faulgase abziehen können.

12.) Wenn der Teich bei trockenen Wetterlagen Wasser verliert, bei Regenwetter der Wasserspiegel aber wieder angehoben wird, dann ist eine Kapillarzone entstanden, eventuell sind Pflanzenwurzeln vom Rasen oder angeschwemmte Feinteilchen im Bereich des Folienrandes die Ursache.
Faustregel:
Ein 10 Kubikmeter großer Gartenteich verliert im Sommer bei hohen Wassertemperaturen pro Tag ca. 10 bis 15 Liter Wasser. Ist der Verlust höher, kann davon ausgegangen werden, dass hier eine Kapillarverbindung entstanden ist.

 

Teiche für kleine Kois

 

Die Bauweise die ich geschildert habe, wird auch beim Koi-Teich angewandt - zumindest gilt das für kleine Kois, die noch weniger als 10 cm lang sind. Kleine Kois wachsen mit dem der Natur nachgebauten Teich auf und werden niemals, auch nicht wenn sie ausgewachsen sind, die Pflanzflächen durcheinanderwirbeln und damit ihr Revier zerstören.

 

Teiche für große Kois



Bei der oberen Pflanzzone sollten die Porotonsteine mit der Wasseroberfläche abschließen. Diese Pflanzzone sollte rund um den Teich angelegt sein. So ist gewährleistet, dass an allen Seitenflächen überschüssige Nährstoffe abgebaut werden können. Durch die Pflanzen kommt es zu einer Sogwirkung am Tag, und in den Nachtstunden wird über die Pflanzenwurzeln Sauerstoff zurücktransportiert. Auf die eingebaute Sandschicht wird eine Wurzelmatte gelegt, auf die eine 5 Zentimeter dicke, sauber ausgewaschene Kiessandschicht geschüttet wird. Die Kois können dann in dieser Schicht gründeln, ohne die darunter liegende Filtersandschicht zu zerstören. Diese Technik muss aber nur dann angewandt werden, wenn nach der Fertigstellung große Kois eingesetzt werden sollen. Achten Sie darauf, dass die obere Fläche auch wirklich 30 Prozent Pflanzen enthält!

 

Stark belastete Teiche durch Laub, Pollenflug und überhöhten Fischbesatz

 

Bei belasteten Teichanlagen sind oftmals Filter notwendig, um die an der Wasseroberfläche schwimmenden Teilchen abzusaugen, bevor sie zum Grund sinken. Es genügen einfache Regentonnen, die zu einem Filter umkonstruiert werden können. Für diese Regentonnen (z. B. von Fa. Graf) gibt es die notwendigen Einlaufstutzen sowie die passenden Ablaufhähne. Verwenden Sie nur 1-Zoll-Armaturen, wenn erhältlich bis 2 Zoll. Der Ablaufhahn wird etwa 10 Zentimeter oberhalb des Bodens montiert. Die verbleibenden unteren 10 Zentimeter werden mit groben, in Netzbeutel gefüllte Zeobakterlithsteinchen, bedeckt. Die gefüllten Netze werden eng aneinander gelegt. Auf diese Schicht kann noch eine Lage geschüttet werden, die als gleichmäßige Mischung aus Blähton, Kiessand und Zeobakterlith hergestellt ist. Auf die obere Schicht muss dann Filterwatte oder Filterfließ gelegt werden, um den gröbsten Schmutz abzufangen. So kann man je nach Belastung die Grobteilchen von Zeit zu Zeit entfernen.
Das in der Tonne vorhandene Filtermaterial sollte nur einmal pro Jahr gereinigt werden. Eine Rückspülung durch Umstecken der Schläuche vorzunehmen, ist alle 2 Wochen empfehlenswert. Die Durchlaufmenge bei einer 200-Liter-Tonne sollte 600 bis 1000 Liter pro Stunde nicht überschreiten. Bei großen Teichanlagen können auch mehrere Tonnen nebeneinander installiert werden. Das gefilterte Wasser wird so in den Teich eingeleitet, dass durch die Fließbewegung alle an der Wasseroberfläche schwimmenden Teilchen zur ansaugenden Pumpe geführt werden.
Wenn ich Montagen durchführe, stelle ich diese Pumpen in einen Maurerkübel, der Rand des Kübels nur 2 Zentimeter unter der Wasseroberfläche. Durch die Sogwirkung der Pumpe sammeln sich Schmutzteilchen automatisch im Kübel. Außerdem dient der Kübel schon als Vorfilter. So kann zum einen die Ansaugleistung besser gesteuert werden und zum anderen kann das Geld für teure Skimmer gespart werden.
Faustregel: Bei 10 Kubikmeter Teichwasser sollte ein 200-Liter-Fass umfunktioniert werden. Die Kosten sind gering, die Filterleistung ist aber um das 50-fache höher als bei den im Handel angebotenen Filtertöpfe oder Tonnen, und man kann auf UV-Filter verzichten!

 

Teichpumpen

 Achtung: für reine Gartenteiche sollten keine Wasserspiele, Umwälzungen, Bachläufe etc. verwendet werden. Dies fördert das Algenwachstum.

Die Industrie bietet eine Vielzahl von Teichpumpen an. Es ist für den Laien oft schwer, sich für die richtige zu entscheiden. Da ich mit ihnen selbst gute Erfahrungen habe, empfehle ich gern Pumpen der Firma Heissner. Pumpen dieses Herstellers werden mit regelbarer Durchflussmenge angeboten, je nach Verschmutzung des Wassers ist so eine individuelle Regelstufe möglich. Bei Filteranlagen mit hohem Wasserdurchlauf, gemeint sind Teichanlagen mit mehr als 100 Kubikmeter Wasser, sollte eine Hochleistungspumpe angeschafft werden. Hier eignet sich zum Beispiel eine Tauchpumpe mit 30 bis 50 Kubikmeter Wasserdurchlauf pro Stunde. Beim Kauf sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass die Pumpe auch für den Dauerbetrieb zugelassen und geeignet ist.

 

Ich wünsche Ihnen, liebe Leser, viel Spaß und Erfolg beim Teichbau!
Sollten Sie noch Fragen haben, bin ich gern bereit, Ihnen weiterzuhelfen.
Ihr
Klaus Daum

 


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Inhalt

Vorwort

Filtersysteme mit UV-Licht

Wichtig bei einem Gartenteich mit nackten Wänden

Kois und andere Fische

Stark belastete Teiche durch Laub, Pollenflug und überhöhten Fischbesatz

Typische Fehler beim Teichbau

Die Planung eines Gartenteiches

Teicherde und andere Fremdstoffe

Die Höhe eines Gartenteiches im Gelände

Teichpumpen

Fertigteiche

Die Anlage eines Gartenteiches

Findlinge im Gartenteich

Anleitung

Bestellung:
Zeobakterlith, Wandolith-Filtermatte,

Tierquaelerei

Faulschlammbildung durch eingebauten Sand

Accessoires für den Teich

Teiche für kleine Kois

Bestellung
CD-ROM
A4 Buch

Klares Wasser im Gartenteich

Wie man Seerosen pflanzt

Ansaugpumpen für Filter und Bachläufe

Teiche für große Kois