|
Vorwort
|
Meine Liebe zum Wasser hat sich bereits in
der Kindheit entwickelt, denn meine Eltern besaßen eine Wassermühle mit einem
wunderschönen Stauteich. Das Wasser in ihm war so klar und sauber, dass er
Treffpunkt aller Frauen aus der Nachbarschaft zum Wäsche waschen war. Wenn
nicht gerade "Waschtag" war, beobachtete ich mit meinen Freunden
die vielen Fische bei ihrer täglichen Nahrungssuche. Wurden aber die
Turbinenräder vom Bachwasser angetrieben, durften wir Kinder zu unserer
eigenen Sicherheit nicht zu nahe am Ufer spielen. Deshalb hatten wir die
Idee, unseren eigenen Mühlteich mit Bachlauf im Kleinformat zu bauen.
Wir benötigten Baumaterialien, doch diese waren nach dem Krieg ein so
kostbares Gut, das sie ausschließlich zum Instandsetzen von Häusern verwendet
wurden. Zum Abdichten künstlicher Gewässer waren Zement oder Dachpappe tabu,
also mussten wir improvisieren. In der Umgebung fanden wir Planen von alten
Wehrmachtsfahrzeugen und überlegten, wie wir diese so haltbar und wasserdicht
bekamen, dass sie ihren Zweck erfüllen konnten. Wir holten aus dem
elterlichen Mühlenbetrieb Stangen aus Riemenwachs, erhitzten das Wachs und
strichen damit die Flächen der Planen ein. Doch das Wasser wurde, sobald die
Temperaturen anstiegen, schnell grün. Meine Mutter glaubte, das müsse so
sein, künstlich angelegte Gewässer sähen im Sommer immer so aus.
Dann half uns eines Tages der Zufall: Wir Kinder fanden die Plane eines
amerikanischen LKWs, die uns als Teichbaumaterial dienen sollte. Um die
aufgedruckte amerikanische Flagge zu verstecken, haben wir sie tief
eingebuddelt und mit einer dicken Sandschicht zugeschüttet. (Die Flagge war
begehrt und wir hatten Angst, dass größere Kinder sie uns hätten wegnehmen
können.) Nach einigen Tagen entstand aus der amerikanischen Plane und einigen
Kubikmeter Sand ein wunderschöner Teich, dessen Wasser sich zu unserer
Verwunderung nicht grün färbte und sogar die warmen Sommertage sauber und
klar überstand.
|
|
Typische Fehler beim Teichbau
|
Landschaftsarchitekten und Gartenbauer
gestalten wunderschöne Gewässer mit vielen Accessoires, großen Steinen,
langen Bachläufen manchmal sogar nach japanischen Vorbildern.
Sie wollen ihren Kunden ihr Können zeigen, achten aber hauptsächlich auf das
optische Bild. Die biologischen Abläufe geraten zum großen Teil ins Abseits,
meist aus Unkenntnis das Fach "Teichbau" wird den Gartenarchitekten
nicht gelehrt. Wer schon einmal darauf geachtet hat, wie Teiche in Fach- und
Laienzeitschriften meist abgebildet sind, erinnert sich wahrscheinlich daran,
dass sich in den Randbereichen von Teichen und Bachläufen Berge von Steinen
türmen. Hierdurch wird ein falsches Bild vermittelt, das eigentlich nur im
Hochgebirge bei stark fließendem Wasser existiert. Auch leben in bildlichen
Darstellungen dieser "Gebirgsbäche" Goldfische und Kois,
realistisch wären aber Forellen! Hier wird der Betrachter in die Irre
geführt, weil sich ihm wunderschöne Teiche einprägen, die keinerlei
Naturgesetze berücksichtigen. Jedoch müssen die im Wasser lebenden Tiere
Vorrang haben und nicht das menschliche Auge. Für Fische bedeuten Teiche, die
eine artgerechte Haltung unmöglich machen, Tierquälerei ohne Fluchtmöglichkeit.
Auf Steine und Wasser werde ich später näher eingehen.
Unzählige Bücher über Teichbau wollen Wissen vermitteln, die Aspekte der
Verfasser spiegeln jedoch ebenfalls mangelndes Wissen wider. Wer einige
Bücher gelesen hat, kann leicht den Eindruck gewinnen, dass ein Autor vom
anderen abgeschrieben, Fotos ausgetauscht, Sätze verändert hat und selbst ein
neues Gartenteichbuch herausgibt! Die meiste Literatur über Teichbau
beinhaltet leider nur lückenhaftes Wissen und widerspricht ihrem eigentlichen
Sinn: dem richtigen Teichbau. Selbst für Zeitungs- und Zeitschriftenverlage
ist das Thema Teichbau zum unerschöpflichen Thema geworden, und doch gelingt
es nicht, den Funktionsweisen der Natur auf die Spur zu kommen. Wie mit
einfachen Mitteln Fehler vermieden werden können, wird den Lesern nicht
vermittelt. Ich habe die starke Vermutung, dass es wirtschaftliche Interessen
der Industrie sind, die Unkenntnis der Gartenliebhaber auszunutzen und noch
zu fördern.
|
|
Fertigteiche
|
Geschickt angefertigte Bilder von Fertigteichen
begeistern ihre Betrachter, jedoch werden Naturdarstellungen so verzerrt,
dass falsche Tatsachen vorgetäuscht werden. Es wird deutlich, dass die Natur
bei den Fertigteich-Herstellern unberücksichtigt bleibt und Teichformen
aufgrund kommerzieller und transporttechnischer Überlegungen hergestellt
werden. Diese Aspekte möchte ich verdeutlichen: Wenn viele Teiche zum
Transport ineinander gestapelt werden können, werden dadurch die
Transportkosten gesenkt. Außerdem lassen sich Materialkosten sparen, wenn die
Konstruktion für tiefere Zonen bzw. den Boden einen Durchmesser von höchstens
70 bis 80 Zentimeter aufweist. Denn das dünne Material würde bei größeren
Abmessungen dem Wasserdruck nicht standhalten und instabil werden.
Die Prospekte bilden auch immer wieder viele Fische in kleinen Teichen ab,
was angehende Teichbesitzer zu der Annahme bringt, tatsächlich vielen Fischen
einen Lebensraum in einem kleinen Teich geben zu können. Jedoch handelt es
sich hierbei um eine Täuschung wenn nicht sogar Anstiftung zur Tierquälerei,
und das möchte ich mit einer eigenen Erfahrung begründen: In den
Wintermonaten der Jahre 1995 und 1996 hatte starker Frost viele Gewässer mit
einer bis zu 35 Zentimeter starken Eisdecke bedeckt. Bei tiefen Gewässern
steht unter der gefrorenen Schicht noch ausreichend Wasser zur Verfügung. In
flachen Teichen, und hier besonders bei Fertigteichen, betrug der
Fischverlust in diesen Wintern bis zu 95 Prozent auch Frösche hatten kaum
eine Überlebenschance.
Mit eigenen Veröffentlichungen habe ich auf vermeidbare Missstände durch
Hersteller hingewiesen, die aus ökonomischen Gründen bewusst Fertigteiche
konstruieren, welche das Leben der Wassertiere zur Qual machen. Zu meiner
Erleichterung haben daraufhin viele große Märkte diese Art von Fertigteichen
aus ihrem Programm genommen, die Hersteller aus ihren Händlerlisten
gestrichen und damit einen guten Beitrag zum Tierschutz geleistet.
|
|
Tierquaelerei
|
Beim Aussprechen des Wortes
"Tierquälerei" werde ich von vielen Teichliebhabern, auch von denen
mit Mini-Teichen, erstaunt angesehen und gefragt, ob es im Gartenteich
überhaupt Tierquälerei gäbe. Ja, es gibt Tierquälerei auch im Gartenteich!
Wir wehren uns gegen Käfighaltung in Hühnerfarmen,doch diese ist harmlos im
Verhältnis zu dem Dahinvegetieren von Fischen in Fertigteichen oder kleinen
Folienteichen. Für Käfighühner hat nach 14 Monaten Produktionszeit die Qual
ein Ende. Fische aber müssen viele Jahre auf engstem Raum, in den
Sommermonaten oftmalsin völlig veralgtem Wasser, ihr Leben fristen.Im allgemeinen
werden 10 bis 15 Fische in nur 2 bis 5 Kubikmeter Teichwasser gehalten. Beim
Schwimmen, egal in welche Richtung, stoßen sie nach einem Meter gegen eine
schwarze Wand aus Plastik. Jeder, der schwimmende Fische einmal beobachtet
hat, wird sich den Stress gut vorstellen können, er weiß, dass Fische gern
schnell schwimmen und spielen. Deshalb sind Fertigteiche, auch wenn sie 80
Zentimeter tief sind, wegen ihres geringen Rauminhaltes für die Ansiedlung
von Fischen ungeeignet. Und wer glaubt, dass die Fische sich wohl fühlen,
weil im Sommer über 100 Jungfische den Teich bevölkern, erliegt einem
Trugbild: Je mehr Angst Tiere und Pflanzen um ihr Überleben haben, desto
intensiver ist die Artenvorsorge. Dieses Phänomen wird bei Fischen in falsch
gestalteten Teichen besonders deutlich!
In einige Teichanlagen habe ich Unterwasserscheinwerfer installiert und kann
so Fische bei Nacht beobachten. Die großen und kleinen Fische spielen wie
Kinder. Selbst die großen Karpfen schubsen, drehen sich, schlagen Haken und
schwimmen manchmal blitzschnell auf ihre Artgenossen zu. Ich kann mich gar
nicht satt sehen an diesen herrlichen, mächtigen Fischen, sie beim Gründeln
zu beobachten, wie sie kopfüber, bis zu den Kiemen im Sand, nach Schnecken
und Würmern suchen. Und ich wünsche mir, dass alle Teichbesitzer und vor
allem die Teichfische diesen Genuss erleben dürfen! Die Voraussetzungen dafür
sind, dass nicht rundherum Plastik, sondern ein Stück Lebensraum geschaffen
wird, in denen die Natur eine Chance erhält.
Freunde der Aquaristik haben sich die Beobachtungen des Verhaltens von
Fischen zum Hobby gemacht. Die vielen quirligen Facetten im Wasser eines gut
gepflegten Aquariums bringen in jede Wohnung eine lebendige Atmosphäre und
dem Betrachter bereits nach wenigen Minuten Entspannung.
|
|
Klares Wasser im Gartenteich
|
Die Biologie bestimmt die spätere Qualität
eines Teiches. Was beim Bau eines Gartenteiches zu beachten ist, von der
Notwendigkeit einer Filteranlage bis hin zum Baumaterial, will gut durchdacht
sein. Diese Biologie kann nicht funktionieren, indem ein Loch in den Boden
gegraben wird, das mit einigen Quadratmeter Folie ausgelegt wird. Zum Schluss
werden Wasser eingelassen und am Rand einige Pflanzen eingesetzt das wird
kein Gartenteich! Auch wer einen Fertigteich anstelle von Folie kauft, hat
zwar Geld ausgegeben und gearbeitet, aber er hat keinen Gartenteich
geschaffen!
Leider bilden diese Maßnahmen aber die Regel beim Teichbau. Unwissende setzen
dann nach nur wenigen Tagen Fische ein, weil der Händler meint, dass man das ruhig
machen könne. Leider haben die Wassertiere weder ein Mitspracherecht noch
können sie streiken.
Wer einen Teich anlegen will, holt sich oft Rat bei Nachbarn, die selbst
Teichbesitzer sind, besorgt sich Prospektmaterial in Baumärkten, kauft
preiswerte Bücher zum Selbstbau und versucht mit diesen Hilfsmitteln, seinen
individuellen Teich zu entwickeln. Aus der Lektüre geht meist hervor, dass
eine Tiefe von einem Meter ausreicht, um allen Fischen ein Überwintern zu
sichern. So gräbt der Teichbauer das Loch maximal einen Meter tief, die
Arbeit ist hart und für das ausgegrabene Erdreich ist gerade genug Platz, um
es auf dem eigenen Grundstück unterzubringen. Wenn der Teich fertig ist, kann
der Besitzer für einige Wochen seinen Teich genießen, bis dann das Wasser von
Tag zu Tag grüner 
wird und er sich sorgenvoll im Fachgeschäft beraten lässt.
Der Händler rät seinen Kunden in der Regel zum Algenvernichter, der nach
Gebrauchsanweisung zu verwenden ist. Schon wenige Stunden nach der Verwendung
eines Algenvernichtungsmittels ist der Erfolg sichtbar: Die Algen sind
verschwunden und das Wasser ist wieder kristallklar. Aber die Freude hält
nicht lange an. Schon nach einigen Wochen, bei warmen Wetterlagen auch eher,
beginnt der Ärger von vorn. Das Wasser wird erneut grün und die Fische
schwimmen an der Wasseroberfläche und schnappen nach Luft. Der Verkäufer im Fachgeschäft weiß Rat, der
sinnvoll erscheint: Gegen die Algenplage empfiehlt er ein Mittel, das besser
und länger wirken soll. Gegen die Luftknappheit sollte ein Sauerstoffsprudler
oder Oxidator installiert werden. Ein folgsamer Teichbesitzer kann mit diesen
Maßnahmen einige Monate aufatmen, bis sich dann die Algen auch an allen
Teichwänden und Steinen festsetzen.
Es braucht lange, das Misstrauen des Teichbesitzers zu wecken. Weitere
kostspielige Anschaffungen werden empfohlen. Ein Filtersystem mit UV-Lampe
soll das Wasser das ganze Jahr sauber halten, "garantiert". Diese
Anschaffung kostet den Kunden bis zu 1000 Euro. Der Kunde wird in etwa einem Jahr
eine neue Lampe kaufen, da sie nach einer begrenzten Stundenzahl nicht mehr
leuchtet. Diese zusätzlichen Ausgaben, die oftmals die Kosten der
Teichherstellung überschreiten, sind für Industrie und Handel sehr lukrativ.
Jedoch handelt es sich bei Filtern mit UV-Licht um eine Täuschung. Sie lösen
die Probleme nicht, weil biologisch wichtige Vorgänge vernichtet werden! Im
Schwimmteichbereich sind diese Filter mit UV-Licht durch den Verband der
Schwimmbadhersteller verboten worden, die Gefahr von allergischen Hautkrankheiten,
besonders bei Kindern, sei zu hoch.
|
|
Filtersysteme mit UV-Licht
|
Wird ein Gartenteich falsch angelgt,
entstehen unweigerlich Algenprobleme. Das Filtersystem mit UV-Licht täuscht
dem Teichliebhaber ein biologisch funktionierendes System nur vor. Der Kunde
ist der Meinung, er habe für sein Geld alles bekommen, was für einen fachlich
richtig angelegten Gartenteich notwendig ist. Jedoch werden die Fehler der
Teichanlage durch den Filter mit Lampe nur kaschiert.
Es ist große Vorsicht geboten, wenn ein Teichbauer nach Fertigstellung des
Teiches einen Filter mit UV-Licht kaufen soll, denn für einen richtig
angelegten Teich sind solche technischen Vorrichtungen unnötig. Die Natur ist
viel besser in der Lage, das Teichwasser sauber zu halten. Mit diesem künstlichen
Filtersystem wird das Teichwasser an der UV-Lampe vorbeigeführt. Durch die
vernichtenden UV-Strahlen platzen alle Kleinstlebewesen auseinander auch die
Alge und das Wasser wird sterilisiert, also abgetötet. Das tote Material
wandert durch das System in den Teich und setzt sich ab. Einige
Filter-Hersteller versuchen den Eindruck zu erwecken, alles tote Material
würde hinter der Lampe mittels Filterschwamm abgefangen, das ist aber nicht
möglich. Es bleiben zwar einige Algenklumpen im Schwamm hängen, aber die
wichtigsten abgetöteten Kleinstlebewesen sind so klein, dass es nicht möglich
ist, sie abzufangen.
Kristallklares, sterilisiertes Wasser lässt Sonnenstrahlen ungehindert bis in
tiefe Regionen vordringen. Die Fische, von Natur aus an solche Sicht nicht
gewöhnt, werden sehr unruhig, ihnen fehlt der natürliche Sonnenschutz. Im
Unterschied zu biologisch gereinigtem Teichwasser enthält das Wasser, welches
mit UV-Licht behandelt ist, nicht mehr die Milliarden von Mikroorganismen.
Doch die sind nötig, um alle anfallenden Fremdstoffe zu verwerten und damit
das Revier sauber zu halten. Nur wenn alle biologischen Verhältnisse stimmen,
kann das Wasser nicht verschmutzen. Nur dann haben Algen keine Chance, das
Wasser grün werden zu lassen. Algen sind unverzichtbare Bestandteile eines
Gewässers und müssen in genügender Zahl vorhanden sein, denn sie sind die
Kinderstube aller Kleinstlebewesen. Auch wenn es bei warmen Wetterlagen nicht
möglich ist, mehr als zwei Meter in die Wassertiefe zu schauen, muss der
Besitzer eines biologischen Teiches nicht verzweifeln.
Die Wasserfarbe ist im Sommer leicht bräunlich bis grau, weil das einfallende
Licht alle im Wasser schwimmenden organischen Materialien mit Chlorophyll
färbt. Wenn die Lichtstrahlen das Dickicht an Lebewesen durchdringen müssen
und immer wieder auf ihrem Weg in die Tiefe unterbrochen werden, kommt es zu
der Verfärbung und der damit verbundenen Sichtverschlechterung. Die
Sonnenstrahlen werden gebrochen und genau das ist von der Natur so
eingerichtet, um allen im Wasser lebenden Tieren einen gewisser Schutz zu
geben. Gleichzeitig dienen diese vielen Kleinstlebewesen den Fischen,
Fröschen usw. als wichtige Nahrungsquelle. Im Herbst, wenn die
Wassertemperaturen zurückgehen, die Sonnenstrahlen flacher und schwächer werden,
ziehen sich die kleinen wasserreinigenden Organismen in ihre Schutzräume, den
Sand, zurück und das Wasser klart auf.
Wir müssen lernen, dass biologische Zusammenhänge nur dann funktionieren,
wenn wir die Kette normaler Lebensrhythmen nicht unterbrechen. Bei Bedarf
sollten wir helfen, nicht aber die Regulierung biologischer Zusammenhänge
zerstören. Stellen Sie sich vor, wir würden alle in der Luft schwebenden
Kleinstlebewesen zerstören: Es würden 80 Prozent unserer Vogelwelt
unweigerlich nach wenigen Tagen verenden!
Wasser mit UV-Licht behandelt, lässt Sonnenstrahlen ungehindert tief ins
Wasser eindringen. Fische und Frösche können nirgendwo im Teich Schutz
suchen, aber auch sie können einen Sonnenbrand bekommen. Außerdem bedeutet
die klare Sicht ein hilfloses Ausgeliefertsein, zum Beispiel einem
Fischreiher gegenüber.
|
|
Die Planung eines Gartenteiches
|
Die ersten Planungen sollten klären, ob
ein großer oder kleiner Gartenteich angelegt werden soll und welchen Zweck er
erfüllen soll. Es macht einen Unterschied, ob ein Teich mit Fischbesatz
entstehen soll oder ein Teich mit Pflanzen, ein Biotop, das auch gedacht ist
für Molche, Frösche und andere Arten aus dem Bereich der Amphibien.
Auf alle Fragen einzugehen, würde den Rahmen dieses Ratgebers bei weitem
sprengen. Deshalb werde ich hier nur die wichtigsten Aspekte schildern. Vorab
rate ich jedem, der einen Teich plant, selbst einmal in der Natur zu
forschen. 
Es lässt sich schnell entdecken, dass Naturgewässer, Baggerseen und deren
Strände sehr sauber sind.
Trotz Einleiten vieler Fremdstoffe ins Meer finden Menschen dort Erholung und
sauberes Wasser. Hier lässt sich mehr lernen als aus den meisten Fachbüchern
oder Prospekten mit ihrer versteckten Werbung.
|
|
Die Anlage eines Gartenteiches
|
Das preiswerteste Baumaterial ist zur Zeit
die Folie. Qualitätsware ist wichtig und sollte immer im Fachgeschäft gekauft
werden, dann ist eine Lebensdauer von über 20 Jahren zu erwarten. Verarbeiten
Sie keine Folie unter einer Stärke von einem Millimeter.
Der Einbau von Kiessand ist der wichtigste Faktor. Ich verarbeite Estrichsand
in der Körnung 1 bis 8 Millimeter. Diesen wasche ich so lange, bis keine
Feinteile mehr abgeschwemmt werden. Er wird immer von oben genommen, da die
Feinteilchen nach unten abgespült werden. Wenn Sie keine Grundwasserprobleme
haben, dann gehen Sie so tief wie möglich ins Erdreich. 2 bis 3 Meter Tiefe
sollten Sie mindestens erreichen, damit ein ausreichender Schutz gegen
Sonnenstrahlen besteht. Alle Flächen werden in Stufenform modelliert, so wird
der Sand auf der Folie gehalten, ohne das dieser abrutscht.
Siehe Bild. Auf jede Stufe wird eine Porotonsteinmauer
gesetzt. Dieses Material wird aus Naturton hergestellt und beinhaltet
keinerlei toxische Stoffe. Das Röhrensystem dieser Steine bildet schon ein
Filtersystem für sich. Beim Einbau werden immer die Öffnungen nach vorn
gesetzt. Wenn alle Stufen mauerartig zugestellt sind (trocken und ohne Zement
setzen), kann der gesamte Rückraum, bis hin zu der darüberliegenden Stufe, so
mit Sand angeschüttet werden, wie ich es vorher beschrieben habe. So entsteht
vom Teichgrund bis zur oberen Kante eine geschlossene Sandschicht in der
Stärke von ca. 30 Zentimeter. Die Faustregel lautet: 5 Kubikmeter Teichwasser
und mindestens 2 Kubikmeter gewaschener Sand!
Wenn Sie einen Fischteich planen, denken Sie daran, dass Fische
Unterschlupfmöglichkeiten benötigen, sorgen Sie deshalb für Schutzräume, hier
sind zum Beispiel Tonrohre oder Wassereimer mit großen Löchern geeignet. Für
Jungfische und Kaulquappen ist locker geflochtener Birkenreisig zu empfehlen.
|
|
Faulschlammbildung durch eingebauten Sand
|
Ich arbeite in die unterste Sandschicht 2
Kilogramm Zeobakterlith pro Kubikmeter ein. Durch diese Beimischung
verhindere ich für die nächsten Jahre eine Faulschlammbildung. Kommt es
trotzdem zu Ablagerungen am Grund, kann man zu jeder Jahreszeit kleine Mengen
Zeobakterlith von oben nachstreuen. Schon geringe Mengen binden sofort die
richtigen Bakterien zum Abbau der abgesunkenen Teilchen und minimieren die
Bildung von Faulgas.
Die erste Stufe wird mit mindestens 10 Wasserpflanzen pro Quadratmeter
bepflanzt. Ein gutes Gemisch aus vielen Pflanzensorten ist nicht nur hübsch
anzusehen, sondern lockt auch viele Arten von Insekten an den Teich. Auf
Rohrkolben sollte verzichtet werden, auch Lilien sind nur in Maßen
einzusetzten. Diese beiden Sorten Wasserpflanzen wachsen sehr stark,
überwuchern alle Kleinpflanzen und haben durch ihre starke Halmmasse den
Nachteil, dass sie durch den winterlichen Verrottungsprozess zu viel
Faulschlamm hinterlassen. Wenden Sie sich bei Bedarf immer an eine Baumschule
für Wasserpflanzen.
Faulschlamm-Faulgase gehören zu den Kriterien der Landschaftsgärtner, weshalb
sie keinen Sand einbauen wollen und auf Bodenabläufe fixiert sind. Bei
flachen Gewässern, hohem Fischbesatz und Laubeinfall kann Faulgas sicherlich
zum Problem werden. Aber auch hier gibt es Abhilfe: Die eingebaute
Sandschicht sollte mindestens 40 Zentimeter im Bodenbereich betragen, um hohe
Konzentrationen an wasserreinigenden Organismen zu binden. Mein Rat: Ist
diese Technik nicht anwendbar, dann streuen Sie in Abständen von jeweils ca.
8 Tagen kleine Mengen Zeobakterlith ins Wasser. Die dann am Boden liegenden
Zeolithsteinchen (noch besser in Pulverform) beschleunigen den
Zersetzungsprozess und binden alle aufsteigenden Gase, bevor der Winter
einsetzt. Seit vielen Jahren empfehle ich Besitzern von Kleinteichen mit
hoher Belastung diese Technik.
Die Anzahl der Pflanzen berechnet man folgendermaßen: Es sollten 30 Prozent
der gesamten Wasseroberfläche bepflanzt sein. Nur sporadisch eingesetzte
Pflanzen haben keinen Sinn. Vermeiden Sie langgezogene Flachwasserzonen oder
die immer wieder angepriesenen Sumpfzonen. Ein sehr stark bepflanzter
Randstreifen ist wichtig. Die Bepflanzung sollte stark sein, mit mindestens
10 Pflanzen pro Quadratmeter, damit nach möglichst kurzer Zeit der
Pflanzbereich zugewachsen ist und Sonnenstrahlen nicht mehr an die unter den
Pflanzen liegende Sandschicht treffen.
Setzen Sie alle Pflanzen in den angeschütteten Sand. Zu dicke Teicherde an
den Pflanzenwurzeln sollte leicht abgewaschen werden. Auf keinen Fall darf
Teicherde oder Lehm als Pflanzen-Untergrund eingebaut werden. Alle
eingesetzten Pflanzen müssen von der Energie des Wassers leben. Sie haben
keine Nährstoffgrundlage außer der Wassertropfen, die den Pflanzen Energie
geben und sie wachsen lassen. (Setzen Sie zum Beispiel den abgeschnittenen
Zweig eines Forsythienstrauches, einer Weide, Pappel oder das Blatt eines
Usambara-Veilchens in ein Glas Wasser, werden Sie schon nach kurzer Zeit
feststellen, dass sich Wurzeln bilden, auch ohne jeden Dünger. Selbst aus
Leitungswasser können Pflanzen Energie gewinnen.)
In einer Tiefe von 50 bis 75 Zentimetern wird eine große Anzahl Tannenwedel,
Seekanne, Igelkolben und Sumpfschachtelhalm dicht gepflanzt, mindestens 5
Stück pro Quadratmeter. Die darunter liegenden Zonen können Sie unbepflanzt
der Natur überlassen. Die beiden bepflanzten Stufen werden zwangsläufig zu
Bio-Filtern. Denn weil keine ausreichenden Nährstoffe vorhanden sind, müssen
die Pflanzen aus dem Teichwasser alles Nährstoffhaltige herausfiltern. Die
Algen werden kaum eine Chance bekommen, sich übermäßig zu vermehren. Sie sind
in genügenden Mengen vorhanden und das ist auch gewollt. Sie können den
Teichliebhaber nicht verärgern, denn das Wasser bleibt sauber! Und diese
biologischen Verhältnisse funktionieren viele Jahre, ohne dass der Mensch
eingreifen muss.
Wichtig: Im ersten Jahr zeigen alle Pflanzen wenig Wachstum, einige sehen
sogar kümmerlich aus, im zweiten Jahr entwickeln alle Pflanzen ihre volle
Größe und blühen reichlich. Setzen Sie im ersten Jahr keine Schwimmpflanzen
ein, da die in der Sandschicht stehenden Wasserpflanzen so hohe
Nährstoffkomponenten aus dem Wasser ziehen, dass die frei schwimmenden Pflanzen
nicht in der Lage sind, die restlichen Nährstoffe für sich in Energie
umzuwandeln. Wer trotzdem Krebsscheren, Wassersalat, Hyazinthen und weitere
Schwimmpflanzen einsetzt, wird schnell erkennen, dass diese Pflanzen glasig
werden, keinerlei Wachstum zeigen oder sogar eingehen.
|
|
Wie man Seerosen pflanzt
|
In vielen Prospekten und Büchern wird dazu geraten, Seerosen in einer Tiefe
von 100 bis 120 Zentimeter zu setzen. Es wird oft völlig falsch auf
Abbildungen gezeigt, wie ein Korb mit einer Seerosenpflanze auf dem
Teichgrund steht. Seerosenkörbe dürfen nicht am Grund stehen! Stellen Sie in
eine tiefer gelegene Zone einen oder mehrere Kübel, auch Regentonnen sind
geeignet. Schneiden Sie mehrere große und kleine Löcher in Seitenwände und
Boden. Der Kübel wird nun mit der Öffnung nach unten eingesetzt. Auf den
durchlöcherten Boden wird nun der Seerosenkorb gestellt. Legen sie eine alte
Gardine oder ein Stück Juteleinen hinein und füllen den Korb bis zu 60
Prozent mit Blähton. Dann folgt bis zum oberen Rand eine Sandschüttung. In
diese Schüttung werden 1 bis 3 Seerosen gesetzt. Bei Seerosen verbleibt die
Teicherde am Wurzelwerk.
Die Vorteile durchlöcherter Kübel: Sie bieten ideale
Unterschlupfmöglichkeiten für Fische und Frösche zu allen Jahreszeiten.
Außerdem wachsen nach ein bis zwei Jahren, spätestens aber im dritten Sommer,
die Wurzeln der Seerose durch die Löcher des Korbes. Da sie nicht am Boden
weiterkriechen können, schweben sie frei im Wasser und bilden einen
exzellenten Bio-Filter. Aber noch wichtiger ist, dass im Wurzelwerk der
Seerosen eine ideale Kinderstube für Jungfische und Kaulquappen entsteht.
Siehe Abbildung. 
Ich könnte noch viele Pflanzen,
Pflanzmöglichkeiten und Bio-Systeme aufzählen, aber es würde den Rahmen
dieses Ratgebers sprengen und vielleicht einige Leser langweilen. Doch im
Sommer 2002 werde ich eine erweiterte Lektüre mit vielen Bildern und
Zeichnungen herausgeben, die allen Liebhabern natürlicher Teiche für noch
ausführlichere Informationen zur Verfügung stehen wird.
|
|
Wichtig bei einem Gartenteich mit nackten
Wänden
|
Viele Millionen Gartenteiche sind bereits
falsch angelegt worden. Eine Umgestaltung wird bei den meisten Teichen nicht
möglich sein. Trotzdem sollte jeder Teichbesitzer mithelfen, den
Teichbewohnern das Leben so erträglich wie möglich zu machen!
Schaffen Sie biologische Lebensräume. Wo Sandanschüttungen nicht möglich
sind, können steile Folienwände mit speziellen Matten verkleidet werden.
Kokos ist nicht geeignet, da es es nach einiger Zeit zerfällt. Mein
Lösungsvorschlag: eine Filtermatte, gefüllt mit mehreren Mineralien. Ungefähr
5 Zentimeter stark, 40 Zentimeter breit und 80 Zentimeter lang ist die
Filtermatte Wandolith. An glatte Wände ins Wasser gehängt schafft sie
viel Lebensraum für wasserreinigende Kleinstlebewesen. Schon nach wenigen
Tagen beginnt im Inneren das biologische Leben, das die Wasserqualität
verbessert. (Die Filtermatte Wandolith und das speziell veredelte
Zeobakterlith sind zu empfehlen, sie gelten als zur Zeit wichtigste
Filtersteine für die Wassertechnik.)
Zeobakterlith ist ein so wichtiger Baustein im Teichbau, weil die Oberfläche
dieses Gesteins stark zerklüftet ist und deshalb über eine ungewöhnlich große
Ansiedlungsfläche verfügt. Mit diesem Mineral werden falsch konstruierte
Teiche in nur wenigen Tagen zu biologischem Leben erweckt. Weitere Vorteile
dieses Gesteins sind der Anteil der Hohlräume am Gesamtvolumen beträgt 50
Prozent, was eine Oberfläche am Gestein von 500 bis 800 Quadratmeter pro
Gramm ergibt. Die Länge der Hohlräume, welche in 1 Gramm Zeobakterlith
enthalten sind, ergeben eine Strecke von mehreren Millionen Kilometer. Im
Vergleich zu einem haushaltsüblichen Naturschwamm, der eine Oberfläche von 30
bis 100 Quadratmeter Gesamtfläche hat, ist auch die magnetische Kraft des
Gesteins hervorzuheben, mit der organische und gasförmige Stoffe angesaugt
und gebunden werden. Da die Hohlräume in kurzer Zeit von vielen
wasserreinigenden Kleinstlebewesen, den Mikroorganismen, besiedelt werden,
wird jedes Steinchen zum Kleinklärwerk.
Es würde zu weit führen, alle Bakterienstämme aufzuführen würde, die
Hohlräume besiedeln, aber alle, die mit Teichbau zu tun haben, sollten sich
die Winzlinge einmal unter dem Mikroskop anschauen. Mikroorganismen bestimmen
das Leben auf unserer Erde und ohne sie gäbe es auch nicht die
Selbstreinigung von Ozeanen, Baggerseen oder Gartenteichen.
Siehe Abbildung.

1.Bild ) Oberfläche Zeolith unbehandelt
2.Bild ) Oberfläche Zeolith mit Bakterien nach ca. 8 Tagen
3.Bild) Oberfläche Zeolith starker Besatz mit Bakterien nach 2 Wochen.
Auch Kläranlagen funktionieren nach diesem
Prinzip. Nur eine ausreichende Zahl an Kleinstlebewesen kann die Fäkalien
angreifen und zersetzen. Ohne jegliche weitere Hilfe ist nach 3 bis 4 Kammern
das Wasser so sauber, dass Forellen in dem Wasser schwimmen könnten. Ich
möchte die Wirkung von Mikroorganismen anhand eines Versuchs verdeutlichen:
In ein Glas Wasser geben wir ein viertel Liter Wasser und einen Tropfen Milch
und schütteln diese Mischung. Das Wasser ist getrübt, und die Trübung bleibt
2 bis 3 Tage bestehen, bis sie allmählich wieder verschwindet. Sobald das
Wasser wieder klar ist, setzen wir wieder einen Tropfen Milch hinzu und
warten, bis die Trübung verschwunden ist. Den Tropfen Milch können wir immer
wieder zugeben und werden feststellen, dass das Wasser immer weniger Zeit
braucht, um wieder klar zu werden. Nach 1 bis 2 Wochen wird sich das Wasser
schon in wenigen Stunden klären. Die Ursache hierfür ist das Bilden eines
leicht klebrigen Belages an der Gefäßwand, es findet eine so genannte
Mineralisierung statt. Und im Wasser schweben winzig kleine graue und
weißliche Flocken, die Mikroorganismen. Diese Winzlinge leben von den
organischen Stoffen in der Milch (Eiweiß, Fett, Zucker) und zerlegen sie in
Mineralsalze. Je mehr Bakterien vorhanden sind, um so schneller wird die
Milch gereinigt. Wenn man jedoch die Anzahl der Milchtropfen erhöht,
entwickeln sich rasch gestörte Abläufe: Weil für die Mikroorganismen, die
sich vorher gebildet haben, die Menge zusätzlicher Milchtropfen zu hoch ist
und deshalb nicht rasch genug abgebaut werden kann, entsteht ein übel
riechendes Faulgas und am Grund setzt sich Schlamm ab.
Im Gartenteich herrschen die gleichen Abläuf, deshalb kann nicht darauf
verzichtet werden, Räume zu schaffen, in denen sich die wichtigen
wasserreinigenden Bakterien ansiedeln können. Nackte Folienwände können
geeignete Lebensräume nicht ersetzen! Eine Studie belegt, dass über 90
Prozent der künstlich angelegten Teiche über keine biologischen Lebensräume
verfügen. Keine Filtertechnik kann diesen Mangel ausreichend regulieren, aber
es gibt einen Weg zu einem gesunden Lebensraum: Wer einen Filter besitzt,
sollte aus dem Filtersystem alle vorhandenen Filtermaterialien herausnehmen
und diese Freiräume mit Zeobakterlith auffüllen. Damit der Filter nicht zu
schnell verschlammt, wird in den Einlaufbereich Filterwatte gelegt, um
Grobteile wie Blätter usw. abzufangen. Der Durchlauf wird stark gedrosselt,
denn je langsamer Wasser durch ein Filtersystem fließt, um so besser wird es
biologisch gereinigt. Wenn kein Filter vorhanden ist, kann Zeobakterlith in
kleine Netzbeutel oder Damenstrümpfe geschüttet werden. Diese Beutel werden
ca. 30 bis 40 Zentimeter unter die Wasseroberfläche gelegt. Ungefähr 1 bis 3
Kilo pro 1 Kubikmeter Teichwasser reichen aus, um eine erhebliche
Verbesserung der Wasserqualität zu erhalten.
|
|
Teicherde und andere Fremdstoffe
|
Ein Erfolg wird sich nur einstellen, wenn
alle Fehler korrigiert werden. Es müssen Fremdstoffe aus dem Wasser genommen
werden. Dazu gehören Teicherde, Teichpflanzensubstrate, Hornspäne, Dünger für
Wasserpflanzen, Lehm vom landwirtschaftlichen Acker, Ton, Lehm, kalkhaltige
Steine, Gartenerde, Kompost, Grasssoden, Torf, Rinde, Stroh, Grobkies,
Findlinge, aufgefangenes Regenwasser, Steinplatten, Kalksandsteine,
Materialien aus Beton. Diese Liste ist unvollständig, jedoch können Sie bei
Ihrem eigenen Teich nachsehen, ob er etwas enthält, was nicht hinein gehört.
Diese Materialien sind nicht in einem Naturgewässer zu finden und dürfen auch
nicht in einen Gartenteich, sie sind Fremdstoffe! Teicherde beispielsweise
ist völlig überflüssig im Teichbau, denn warum sollen wir die Wasserpflanzen
mit Nährstoffen versorgen? wo doch alle Wasserpflanzen haben in der Natur die
Aufgabe Nährstoffe abzubauen, um Algen keine übermäßigen Nährstoffe zukommen
zu lassen. Und wer Wasserpflanzen mit Teicherde einsetzt, kann davon
ausgehen, dass diese Pflanzen in den nächsten 10 Jahren keine Nahrung aus dem
Teichwasser aufnehmen werden. Denn die einmal eingegebenen Mengen an Teicherde
werden von den Pflanzen nicht abgebaut. Die im Sommer verbrauchten Nährstoffe
werden im nächsten Winter durch den biologischen Verrottungsprozess wieder
zurücktransportiert und für den nächsten Sommer gespeichert. Teicherde, Lehm,
Torf, Ton, Hornspäne und sonstige organischen Materialien dienen nur dem Auge
des Teichbesitzers. Für die wichtigen biologischen Prozesse sind sie
allerdings wertlos - sie kosten nur Geld!
Pflanzen und Mikroorganismen arbeiten zusammen. Die Mikroorganismen zersetzen
alle organischen Materialien wie bei dem Beispiel mit der Milch. Und die
durch den Zersetzungsvorgang erzeugte Nährstoffkette wird wiederum von den
Wasserpflanzen benötigt, um wachsen zu können. Alle Fremdstoffe, die
zusätzlich ins Wasser gelangen, können dieses Gleichgewicht empfindlich
stören.
Auch Regenwasser, das von Dächern in kleine Teiche geleitet wird, kommt nicht
in Frage. Stellen Sie sich vor, es hat im Sommer einige Tage oder Wochen
nicht geregnet. Plötzlich gelangen mit einem Gewitterregen einige Kubikmeter Wasser
in den Teich und mit diesem Wasser werden große Mengen an Staub und Pollen in
den Teich gespült. Kleine Teiche können diese Energie nicht mehr abbauen und
viele Algenkulturen erhalten ihre Chance, sich zu vermehren. Gewitterregen
kann aber auch statisch stark aufgeladen sein, was man daran erkennt, dass
das Wasser stark bläulich schimmert. Gewitterregen kann auch sehr niedrige
PH-Werte mit sich bringen, Werte von unter 4 sind keine Besonderheit. Das
Wasser wird dann so sauer, dass alle Kleinstlebewesen sofort ihre Tätigkeit
für einige Tage einstellen. Regenwasser darf nicht in den Gartenteich
eingeleitet werden!
|
|
Findlinge im Gartenteich
|
Findlinge und Grobkiesel gehören auch
nicht in den Teich. Sie sind zwar begehrte Bauobjekte im Teichbau und sind besonders
beliebt im Flachwasserbereich, aber sie werden von der Sommersonne mit Wärme
aufgeladen. Wenn sich in den Nachtstunden das Wasser regeneriert, also Wärme
abgibt und Sauerstoff aufnimmt, verhindern die großen Steine diesen wichtigen
Vorgang. Denn die aufgeheizten Steine geben auch nach Sonnenuntergang noch
viele Stunden Wärme ab und verhindern somit erheblich den
Sauerstoffaustausch.
Große Probleme bereiten auch die so genannten Großkiesel und Findlinge aus
der Feldmark. Zur Zeit werden auch viele Großkiesel aus Ostblockländern nach
Deutschland importiert. Diese Steine werden dort von landwirtschaftlichen
Flächen genommen und sind mit Dünger und Pflanzenschutzmittel kontaminiert.
Ich habe Steine gesehen, an denen noch Gülle klebte und die nach Gülle rochen
und habe sie untersuchen lassen. Dabei stellte sich heraus, dass
Pflanzenschutzmittel und Stickstoffe in höchster Konzentration vorhanden
waren. Das Reinigen mit einem Dampfstrahler war nicht möglich, und selbst
über viele Tage in Lauge eingelegte Steine gaben schon nach kurzer Zeit
wieder Giftstoffe an das Wasser ab. Legt man solche Steine in einen Teich,
kommt es sofort zu toxisch belasteten Wasserwerten. Wissenschaftler wissen, dass dieser
Prozess bis zu 20 Jahre anhalten kann.
Eine weitere Gefahr für Teichwasser ergibt sich durch Findlinge: Jede
Steinsorte verursacht verschiedene Schwingungen, die das gesamte Leben in
einem Teich völlig durcheinander bringen können. Handelt es sich um Findlinge
aus bestimmten Graniten, Basalten oder Kalksandstein-Formationen, kann das
gesamte Zusammenspiel der biologischen Kräfte stark herabgesetzt werden. Wenn
bestimmte Mikroorganismen fehlen, weil sie aufgrund starker Schwingungen
nicht leben können, werden auch bestimmte organische Stoffe nicht abgebaut
und schon sind die Algenkulturen in der Lage, mit ihrem ungebremsten Wachstum
Teichwasser in eine Kloake zu verwandeln. Durch das Zusammenspiel von
belasteten Steinen, Sonne und Wasser werden Toxine freigesetzt, die zu einer
Vergiftungsgefahr für alle Wasserbewohner führen kann.
Ich habe einige solcher Teiche gesehen: klares Wasser, guter Pflanzenwuchs
aber Fische mit reichlich Karpfenläusen und verkrümmten Rückenpartien. Steine
von landwirtschaftlichen Flächen dürfen nicht verwendet werden! Wer auf große
Steine dennoch nicht verzichten will, sollte nur Endmoräne-Kiesel kaufen und
diese Steine so einbauen, dass sie mit dem Teichwasser möglichst keinen
Kontakt haben.
|
|
Accessoires für den Teich
|
Es ist ein angenehmes Geräusch für uns
Menschen, wenn Wasser aus Fontänen, Sprudlern oder gar Wasserfällen
plätschert. Bei großen Teichanlagen von mindestens 150 Quadratmetern
Oberfläche ist das in Ordnung, aber die Installation in Mini-Teiche bedeutet
Tierquälerei. Wasser ist der beste Überträger von Schallwellen. In einem kleinen
Becken sind die Fische durch das plätschernde Wasser unerträglichen
Geräuschen ausgesetzt. Außerdem können viele Fontänen oder Wasserfälle großen
Schaden anrichten. Wer sie nicht richtig einsetzt, schadet den biologischen
Abläufen, weil die Wasserqualität verschlechtert wird, auch wenn Werbung oder
Literatur etwas anderes versprechen.
Stellen Sie sich einen Tag im Hochsommer vor, mit blauem Himmel und
Temperaturen zwischen 25 und 30 Grad und ein Bachlauf oder eine Fontäne
plätschert welch angenehme Atmosphäre. Hier ist jedoch Vorsicht geboten! Wenn
Wasser durch warme Luft geschickt wird, können die im Wasser vorhandenen
kühlen Sauerstoffmoleküle sofort entweichen. Jeder Wassertropfen nimmt die
Wärme mit in den Teich, und die Wassertemperatur steigt in wenigen Stunden
auf 25 bis 30 Grad an. Und da warmes Wasser kaum Sauerstoff speichern kann,
wird der vorhandene Sauerstoff im Teich immer geringer. An warmen Sommertagen
sollten solche "Spielereien" abgestellt werden und erst in der
Nacht wieder betrieben werden! Wasser nimmt durch den Kontakt mit der
Nachtluft Kühle und Sauerstoff auf.
Steigen im Sommer die Wassertemperaturen über 28 Grad und wird der vorhandene
Sauerstoff geringer, dann stellen die meisten wassereinigenden
Kleinstlebewesen ihre Tätigkeit vorrübergehend ein. Bei ohnehin gefährdeten
Teichen kann es dann zum so genannten ,,Umkippen'' kommen. Ich habe viele
Forellenteiche gesehen, in denen der gesamte Forellenbestand in nur zwei
Stunden verendet war, weil durch zu starke Erwärmung der Sauerstoff fehlte.
|
|
Ansaugpumpen für Filter und Bachläufe
|
Achtung: für reine Gartenteiche sollten
keine Wasserspiele, Umwälzungen, Bachläufe etc. verwendet werden. Dies
fördert das Algenwachstum.
Wenn Filter, Fontänen und Bachläufe
betrieben werden, ist darauf zu achten, dass kein Wasser unterhalb von 60
Zentimeter angesaugt wird. In den Sommermonaten sollte Teichwasser aus Tiefen
unter 60 Zentimeter nicht ans Licht transportiert werden. Pumpen werden ca.
10 bis 15 Zentimeter tief eingebaut.
Teiche mit Bodenabläufen findet man überwiegend bei Koi-Teichen, sie
funktionieren nicht auf der Basis von ,,Selbstreinigung". Besitzer von
Wasserbecken investieren erhebliche Geldbeträge für mechanische Filtersysteme
mit UV-Licht, Eiweißabschäumer usw. Inzwischen hat die Industrie ein weiteres
Vernichtungsgerät entwickelt, das auf der Basis von Mikrowellen arbeitet!
Ganz neu ist ein Gerät, das durch Ozon Leben vernichtet.
Wasser darf nicht aus tieferen Zonen transportiert werden, weil biologisch
funktionierende Gewässer nach diesem Prinzip aufgebaut sind: Verschiedene
Gruppen von Mikroorganismen-Stämmen befinden sich revierartig in
verschiedenen Ebenen, je nach Sonneneinstrahlung und Tiefe. Je tiefer der
Teich, desto mehr verschiedenartige Sorten von Mikroorganismen sind im Wasser
angesiedelt und das ist gut für die Biologie im Wasser. Wenn also Wasser aus
allen Zonen durch falsch positionierte Ansaugpumpen in Richtung Filter,
Fontäne oder Bachlauf transportiert wird, werden die wasserreinigenden Stämme
durcheinander gewirbelt. Um wieder die Wasserreinigung übernehmen zu können,
müssen sie sich neu formieren, orientieren und wieder eine Einheit bilden.
Diese biologischen Abläufe regeln die gesamte Selbstreinigung unserer
Naturgewässer, vom Ozean bis hin zum kleinsten Gartenteich. Jeder kennt das
Ökosystem im Wattenmeer. Wenn dort übermäßig viele Fremdstoffe wie Öl,
landwirtschaftliche Düngemittel oder Bohrschlamm eingeleitet werden und sich
durch Wasserwirbel an bestimmten Stellen absetzen, bricht das biologische
Fresssystem der Mikroorganismen zusammen und es entstehen hässliche schwarze
Flecken. Jeder Teichbauer sollte sich danach richten, weil auch in künstlich
angelegten Teichen diese Abläufe stattfinden.
Bodenabläufe sind eine Erfindung der Industrie. In einem Teich, der nach
biologischen Gesetzen gebaut ist, sind leichte Ablagerungen vorhanden. Etwas
Schlamm setzt sich auf dem Boden ab, dieser wird automatisch im Laufe eines
Sommers von Mikroorganismen zersetzt. Es ist auch ohne Bedeutung für die
Wasserqualität und den Fischbestand, wenn sich am Grund eines Teiches von ca.
2 Meter Tiefe pro Jahr einige Millimeter Schmutz absetzen. Bei diesen
Ablagerungen handelt es sich um die Rückstände, die bei der Mineralisierung
durch Bakterien zurückbleiben. Diese leichten Rückstände können die
Wasserqualität nicht verschlechtern.
Wenn dann trotzdem Faulschlammbildung festgestellt wird, empfehle ich
einfachen Trick: Man versenkt am tiefsten Punkt des Teiches eine
Luftsprudelmatte, wie sie auch in Badewannen verwendet wird. Mittels eines
kleinen Kompressors kann man für 1 bis 2 Tage in Abständen von 2 bis 3 Wochen
Frischluft in den Teich pumpen. Dies sollte man allerdings nur bei
Lufttemperaturen von unter 20 Grad vornehmen. In den Monaten von September
bis Dezember kann mit diesem Hilfsmittel die Bildung von Faulgasbildung
verhindert werden. Im übrigen ist es völlig ausreichend, wenn ein Teich alle
20 Jahre gereinigt wird!
|
|
Kois und
andere Fische
Tierquellerrei
Unvernunft und Habgier
eines Tier-Liebhabers!
|
Den Filterherstellern und Händlern werden
meine Ausführungen zwar missfallen, aber gerade Koi-Liebhabern möchte ich
vermitteln, wie sie durch falsche Empfehlungen von Industrie und Handel in
die Irre geführt werden: Durch die käfigartige Haltung der Kois, mechanische
Filterung und Bestrahlung des Wassers mit UV-Licht sind die Kois zu
Dauerpatienten vieler Tierarztpraxen geworden. Selbst die Tieräztliche
Hochschule Hannover hat diesen neuen Trend. Die Tierärzte klagen über nicht
mehr wirkende Medikamente, besonders Antbiotika, da der erhöhte Einsatz zur
Immunisierung geführt hat. In besonders schweren Fällen werden spezielle
Medikamente aus Amerika importiert. Und alle diese Probleme sind
zurückzuführen auf die industrielle Züchtung, Aufzucht und Haltung. Von allen
Fischarten sind Kois mit über 70 Prozent am meisten geschädigt.
Wer einmal eine Koi-Ausstellung besucht hat ahnt, dass hier zum Teil
skrupellose Menschen am Werk sind, wenn die Fische vorgeführt werden. In
kleinen runden Plastikbecken, die manchmal nur 3 bis 4 Meter Durchmesser und einen Wasserstand von 50 Zentimeter
haben, werden Kois mit einer Länge von 60 Zentimeter und mehr zur Schau
gestellt. Es sind die schönsten Kois der Welt, die ausgestellt werden, und
sie müssen mindestens 3 Tage diesen Zustand über sich ergehen lassen. Gleichzeitig
strömen Koi-Liebhaber zu Tausenden durch die Hallen und versuchen zum Teil,
diese schönen Geschöpfe zu streicheln. In den Hallen herrscht stickige Luft,
die per Sprudler ins Wasser gepumpt wird. Wer den Züchtern zuhört, begreift
schnell, dass es nicht um die Liebe zum Fisch geht, sondern um gute
Geschäfte. 
Auch andere Fische sind davon betroffen, als Handelsobjekt zu dienen und
nicht artgerecht präsentiert zu werden. Ich habe Störe gesehen mit einer
Länge von mehr als 2 Meter, die zu mehreren in einem Becken schwammen und als
Fischbesatz für einen kleineren Gartenteich angeboten wurden. Einige Händler
argumentieren so: Wenn Störe zwar natürlicherweise eine Größe erreichen, die
die Kapazität eines Gartenteiches überschreitet, werden sie, wenn man sie
klein genug kauft, aufhören zu wachsen. Auch dieses Verhalten zeigt,
artgerechte Tierhaltung ist uninteressant, der Profit zählt!
(Ein Besuch der Grünen Woche in Berlin lohnt sich, hier kann man artgerechte
Tierhaltung erleben und sich informieren.)
|
|
Die Höhe eines Gartenteiches im Gelände
|
Ein weit verbreiteter Fehler ist, dass die
Teiche häufig als tiefster Geländepunkt abgebildet sind. Das ist für ein
künstlich angelegtes Gewässer falsch. Wenn der Wasserspiegel tatsächlich
unterhalb des Geländeniveaus liegt, besteht eine große Gefahr bei starken
Regenfällen. Denn Rasenflächen, Blumenbeete oder Grobkiesflächen können die
Wassermengen, die sich bei schweren Unwettern entladen, nicht aufnehmen. Bei
Gewitterregen mit 40 bis 60 Liter Regenwasser pro Quadratmeter läuft
Oberflächenwasser in den Teich. Deshalb sollten in unmittelbarer Nähe eines
Teiches keine Böschungen angeschüttet werden. Auch bei Schneelagen tritt
dieser Effekt auf, weil bei der Schneeschmelze und vielleicht noch leicht
gefrorenem Unterboden auch hier das Wasser zum tiefsten Punkt fließt - in den
Teich.
Bei dieser Art von Wasserzufuhr werden viele fremde Materialien in den Teich
transportiert. Wenn dann die Wassertemperaturen im Frühjahr ansteigen,
"blüht" im wahrsten Sinne des Wortes das Algenproblem. Manchmal
kann man eine Fadenalge schon unter einer Eisdecke beobachten, wie sie
Nährstoffe in Wachstum umwandelt.
|
|
Anleitung
(Bestellung Wandolithmatten)
|
1.) Legen Sie den Teich so an, dass die
Wasseroberfläche 10 bis 20 Zentimeter über dem Geländeniveau liegt. Nageln
Sie die Folie am Ende an ein Lattengestell (siehe Abbildung).
2.) Der Folienrand wird mit Grobkies abgedeckt oder mit einer Wandolithmatte abgehängt, um
eine Kapillarsperre zu erreichen.
Koffern Sie das Erdreich tief genug aus. Je tiefer Sie den Teich anlegen, um
so mehr Biologie baut sich später auf.
3.) Vermeiden Sie langgezogene Flachwasserzonen, und senken Sie schon nach
der ersten Stufe mindestens 50 Zentimeter ab.
Verzichten Sie auf so genannte Sumpfzonen, sie sind - entgegen der
landläufigen Meinung - zur Wasserreinigung ungeeignet.
4.) Die gesamte Folie sollte mit einer
möglichst 30 Zentimeter starken Kiessandschicht abgedeckt werden, auch in den
Tiefenbereichen.
5.) Wenn Sie es sich leisten wollen,
können Sie hinter eine Porotonsteinmauer einen Rasensprengschlauch legen
(flach mit Löchern), der an die Porotonsteine gebunden wird. Bei starker
Verschmutzung des Wassers kann man dann mit einem Kompressor Luft in die
betroffenen Regionen pumpen und die Ablagerungen so innerhalb einiger Tage
entfernen.
6.) Lassen Sie kein Dachrinnenwasser in den Teich laufen und setzen Sie
Fische frühestens 4 Monate nach Fertigstellung des Teiches ein.
7.) Wasser wird immer aus 2 bis 3 Meter
Höhe mit einer feinen Brause nachgefüllt. Es nimmt Sauerstoff mit in den
Teich. Weder Grundwasser noch Stadtwasser, das reichlich Chlor enthält,
verfügen über Sauerstoff. Beides ist als Teichwasser ungeeignet, weil der
Teich dadurch erheblich belastet wird.
8.) Wenn das Fischfutter nicht innerhalb
weniger Minuten von der Wasseroberfläche verzehrt wird, sollte die Fütterung
einen Tag ausgesetzt werden.
9.) Anstelle von reinem Fischfutter kann
für alle Arten von Teichfischen - auch für Kois - eine preiswertere
Alternative verfüttert werden: Mischen Sie 30 Prozent Fischfutter mit 70
Prozent Haferflocken.
10.) Vermeiden Sie folgende Bäume in
Teichnähe: Eichen, Erlen, Eschen, Kiefern, Fichtenarten, Eiben und Thuja.
11.) Sorgen Sie für eine eisfreie Zone,
möglichst in der Teichmitte, damit Faulgase abziehen können.
12.) Wenn der Teich bei trockenen
Wetterlagen Wasser verliert, bei Regenwetter der Wasserspiegel aber wieder
angehoben wird, dann ist eine Kapillarzone entstanden, eventuell sind
Pflanzenwurzeln vom Rasen oder angeschwemmte Feinteilchen im Bereich des
Folienrandes die Ursache.
Faustregel:
Ein 10 Kubikmeter großer Gartenteich verliert im Sommer bei hohen
Wassertemperaturen pro Tag ca. 10 bis 15 Liter Wasser. Ist der Verlust höher,
kann davon ausgegangen werden, dass hier eine Kapillarverbindung entstanden
ist.
|
|
Teiche für kleine Kois
|
Die Bauweise die ich geschildert habe,
wird auch beim Koi-Teich angewandt - zumindest gilt das für kleine Kois, die
noch weniger als 10 cm lang sind. Kleine Kois wachsen mit dem der Natur
nachgebauten Teich auf und werden niemals, auch nicht wenn sie ausgewachsen
sind, die Pflanzflächen durcheinanderwirbeln und damit ihr Revier zerstören.
|
|
Teiche für große Kois
|
Bei der oberen Pflanzzone sollten die Porotonsteine mit der Wasseroberfläche
abschließen. Diese Pflanzzone sollte rund um den Teich angelegt sein. So ist
gewährleistet, dass an allen Seitenflächen überschüssige Nährstoffe abgebaut
werden können. Durch die Pflanzen kommt es zu einer Sogwirkung am Tag, und in
den Nachtstunden wird über die Pflanzenwurzeln Sauerstoff
zurücktransportiert. Auf die eingebaute Sandschicht wird eine Wurzelmatte
gelegt, auf die eine 5 Zentimeter dicke, sauber ausgewaschene Kiessandschicht
geschüttet wird. Die Kois können dann in dieser Schicht gründeln, ohne die
darunter liegende Filtersandschicht zu zerstören. Diese Technik muss aber nur
dann angewandt werden, wenn nach der Fertigstellung große Kois eingesetzt
werden sollen. Achten Sie darauf, dass die obere Fläche auch wirklich 30
Prozent Pflanzen enthält!
|
|
Stark belastete Teiche durch Laub,
Pollenflug und überhöhten Fischbesatz
|
Bei belasteten Teichanlagen sind oftmals
Filter notwendig, um die an der Wasseroberfläche schwimmenden Teilchen
abzusaugen, bevor sie zum Grund sinken. Es genügen einfache Regentonnen, die
zu einem Filter umkonstruiert werden können. Für diese Regentonnen (z. B. von
Fa. Graf) gibt es die notwendigen Einlaufstutzen sowie die passenden Ablaufhähne.
Verwenden Sie nur 1-Zoll-Armaturen, wenn erhältlich bis 2 Zoll. Der
Ablaufhahn wird etwa 10 Zentimeter oberhalb des Bodens montiert. Die
verbleibenden unteren 10 Zentimeter werden mit groben, in Netzbeutel gefüllte
Zeobakterlithsteinchen, bedeckt. Die gefüllten Netze werden eng aneinander
gelegt. Auf diese Schicht kann noch eine Lage geschüttet werden, die als
gleichmäßige Mischung aus Blähton, Kiessand und Zeobakterlith hergestellt
ist. Auf die obere Schicht muss dann Filterwatte oder Filterfließ gelegt
werden, um den gröbsten Schmutz abzufangen. So kann man je nach Belastung die
Grobteilchen von Zeit zu Zeit entfernen.
Das in der Tonne vorhandene Filtermaterial sollte nur einmal pro Jahr
gereinigt werden. Eine Rückspülung durch Umstecken der Schläuche vorzunehmen,
ist alle 2 Wochen empfehlenswert. Die Durchlaufmenge bei einer
200-Liter-Tonne sollte 600 bis 1000 Liter pro Stunde nicht überschreiten. Bei
großen Teichanlagen können auch mehrere Tonnen nebeneinander installiert
werden. Das gefilterte Wasser wird so in den Teich eingeleitet, dass durch
die Fließbewegung alle an der Wasseroberfläche schwimmenden Teilchen zur
ansaugenden Pumpe geführt werden.
Wenn ich Montagen durchführe, stelle ich diese Pumpen in einen Maurerkübel,
der Rand des Kübels nur 2 Zentimeter unter der Wasseroberfläche. Durch die
Sogwirkung der Pumpe sammeln sich Schmutzteilchen automatisch im Kübel.
Außerdem dient der Kübel schon als Vorfilter. So kann zum einen die
Ansaugleistung besser gesteuert werden und zum anderen kann das Geld für
teure Skimmer gespart werden.
Faustregel: Bei 10 Kubikmeter Teichwasser sollte ein 200-Liter-Fass
umfunktioniert werden. Die Kosten sind gering, die Filterleistung ist aber um
das 50-fache höher als bei den im Handel angebotenen Filtertöpfe oder Tonnen,
und man kann auf UV-Filter verzichten!
|
|
Teichpumpen
|
Achtung: für reine Gartenteiche sollten
keine Wasserspiele, Umwälzungen, Bachläufe etc. verwendet werden. Dies
fördert das Algenwachstum.
Die Industrie bietet eine Vielzahl von
Teichpumpen an. Es ist für den Laien oft schwer, sich für die richtige zu
entscheiden. Da ich mit ihnen selbst gute Erfahrungen habe, empfehle ich gern
Pumpen der Firma Heissner. Pumpen dieses Herstellers werden mit regelbarer
Durchflussmenge angeboten, je nach Verschmutzung des Wassers ist so eine
individuelle Regelstufe möglich. Bei Filteranlagen mit hohem Wasserdurchlauf,
gemeint sind Teichanlagen mit mehr als 100 Kubikmeter Wasser, sollte eine
Hochleistungspumpe angeschafft werden. Hier eignet sich zum Beispiel eine
Tauchpumpe mit 30 bis 50 Kubikmeter Wasserdurchlauf pro Stunde. Beim Kauf
sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass die Pumpe auch für den
Dauerbetrieb zugelassen und geeignet ist.
|
|
|
Ich wünsche Ihnen, liebe Leser, viel Spaß
und Erfolg beim Teichbau!
Sollten Sie noch Fragen haben, bin ich gern bereit, Ihnen weiterzuhelfen.
Ihr
Klaus Daum
|
|
|
zurück zu Graf Gartenbau
|