Sehr geehrte Dame,
sehr geehrter Herr,
vielen Dank für Ihr Mail.
Zu den Algen ist zunächst zu sagen, dass sie grundsätzlich zu
Fadenalgen
Fadenalgen
Fadenalgen
Fadenalgen

einem natürlichen Badeteich gehören. Es ist zudem sehr typisch, dass sich die Algen zunächst um die Pflanzen winden und dann auch etwas rauere Steine überziehen. Die Frage ist dabei nur, wie viel toleriert der Benutzer und wenn es ein gewisses Mass übersteigt, wie kann man die Algen beseitigen. Ersteres müssen Sie mit sich selbst ausmachen, wobei es ein Problem gäbe, wenn Ihnen der Schwimmteichbauer einen algenfreien oder weitgehend algenfreien Badeteich zugesagt hat.
Nun, die Frage der Algenentwicklung ist sehr komplex und hängt von vielen Faktoren ab. Der pH ist ein sehr schwankender Wert und sagt über die Algen nichts aus. Grundsätzlich kann festgehalten werden, dass je weniger Nährstoffe (als limitierenden Faktor definiert man im allgemeinen das Phosphat (P2O5). Diese Zusammenhänge können Sie auch auf meiner Internetseite nachlesen.
Ein wichtiges Element ist allerdings die Materialwahl der Abgrenzungen. Im allgemeinen kann festgehalten werden, dass sich die Algen sehr gerne aus Ritzen heraus entwickeln und von denen gibt es in mit kleinen Mauersteinen gefertigten Mauern ziemlich viele.
Will man diese Fadenalgen nun bekämpfen gelangt man bald mal an Grenzen. Alles was man ins Wasser schmeisst ist nicht nachha
ltig, wie ökologisch es auch angepriesen wird. Es kann allenfalls mal ein vorübergehendes Problem beseitigen, aber auf die Dauer sind andere Faktoren entscheidend.
Wir haben diesbezüglich folgende Erfahrungen gemacht:
Probleme mit Algen und Biofilm

Das mit den Algen ist bei den neuen Teichen oft ein Problem. Der Grund ist ganz einfach:

- Algen sind Primärproduzenten und die ersten, welche von einem Nährstoffangebot profitieren. In unserem Falle ist das der Phosphor, der neben anderen Nährstoffen im Wasser immer noch vorhanden ist.

- Sobald sie auf Konkurrenten stossen verschwinden sie zu grossen Teilen wieder. Welches sind die Konkurrenten: - Biofilm im Filter - Pflanzen im Weiher Diese entwickeln sich weniger schnell als die Algen. Den Biofilm im Filter kann man fördern, indem man Zucker und Stickstoff beigibt. Diese sind, wie meine intensiven Versuche zeigen, häufig Mangelnährstoffe. Zum Verständnis und Funktion des Biofilm hier ein wichtiger Link: http://www.graf-gartenbau.ch//Schwimmteich/Badeteich%20Schwimmteich%20Biofilm.htm Was können Sie konkret tun: - Kalkbeigabe : Damit kann Phosphor effizient und günstig gebunden werden.  - Ca. 500 g Zucker über der Regeneration verteilen

- Ca. 50 g Harnstoff über der Regeneration verteilen

- Algen abfischen oder absaugen. Damit entzieht man dem Wasser auf effektive Art und Weise Nährstoffe. - Mit dem Badeteich etwas Geduld haben Was sollte man nicht tun? - Algenzerstörende Produkte einsetzen. Damit werden die in den Algen gespeicherten Nährstoffe einfach wieder frei und dienen der nächsten Generation Algen als Grundlage. 

- Diese Produkte sind meist auch ordentlich teuer.
Mit freundlichen Grüssen

Hans Graf Gartenbau CH-3065 Bolligen

Legende zu den Algenbildern: 
rot sind die möglichen Bekämpfungsmassnahmen
von oben nach unten:

- Algen, die sich in einem zu schwach bepflanzten Regenerationsbereich 
  entwickeln.  Hier hilft kräftiges Nachpflanzen und düngen der Pflanzen. 

- Algen an Holzabschlüssen und in der Regenerationszone
  Nachpflanzen mit Seerosen oder Unterwasserpflanzen, reinigen

- Algen über den Kieselsteinen: Dabei handelt es sich um einen Überzug aus verschiedenen Algen, vor allem auch Kieselalgen und aus den Ritzen heraus entwickeln sich zumeist Grünalgen. Im Regenerationsbereich sollte möglichst wenig gereinigt werden. Etwas Algen werden sich hier immer bilden.

- Algen auf Folien: Es ist ein bekanntes Phänomen, dass Folien aus fast jedem Material gerne von Algen überzogen werden. Hier hilft eigentlich nur putzen

- Algen aus den Ritzen aus den Bodenplatten: Grünalgen, die dann Fäden bilden brauchen meist eine Art Kristallisationspunkt, aus dem heraus sie sich entwickeln. Das sind sehr oft Fugen und Ritzen. Abhilfe kann durch das knirsche Verfugen und vor allem durch das Putzen geschaffen werden.

- Algen in Bachläufen: es ist eine häufige Erscheinung, dass sich Algen gerne in bewegtem und fliessendem Wasser entwickeln. Bachläufe sollten deshalb nicht direkt in den Badebereich münden.

- Fadenalgen (Grünalgen) können in den Badeteichen immer wieder auftreten. Es sind Primärbesiedler und verschwinden im allgemeinen wieder, wenn das übrige Pflanzenwachstum ausreichend ist. Sie sind an sich Zeiger für qualitativ einwandfreies Wasser.

Bei Algenbefall, insbesodere auch bei Fadenalgen sind folgende Checks und Massnahmen angezeigt:

- bei dauerndem Algenbefall ist wohl das Filterdesign erneuerungsbedürftig

- dringt kein Wasser von aussen in den Teich ein (Kapillarsperre)

- ist die Regenerationszone genügend gross ausgebildet und zumindest teilweise durchströmt

- ist der Teich dicht und muss nicht ständig Wasser nachgefüllt werden

- kann der Teich und vor allem der Schwimmbereich gut und regelmässig, d.h. mind. 2 x pro Jahr gereinigt werden

- ist das Pflanzenwachstum ausreichend, sind vor allem genügend Unterwasserpflanzen vorhanden

- üppige Wasserspiele, Bachläufe, starke Strömungen fördern im Allgemeinen das Algenwachstum

- grössere Flachwasserzonen fördern das Algenwachstum und sollten eliminiert werden

- entsprechen die chemischen Parameter den Vorgaben, insbesonders Phosphate und Stickstoff

- von einer chemischen oder physikalischen Behandlung gegen Algen raten wir ab.

- das Nachfüllwasser sollte die unten aufgeführten Parameter aufweisen. Ist der Phosphatgehalt zu hoch, muss ein Filter oder eine Umkehrosmoseanlage eingeschaltet werden.

- Eine einfache und günstige Methode zur Fällung von Phosphaten besteht im Ausbringen von gelöschtem Kalk. Mit 300 g kann man 200 g Phosphate binden (rein rechnerisch). Pro 100 m3 Wasser sollte aufs Mal nicht mehr als 300 g gelöschter Kalk in den Teich eingebracht werden, um den pH nicht zu verändern.

- der Biofilm im Kiesfilter sollte genügend Stickstoff zur Verfügung haben, um seine Aufgabe als Absorber von Phosphor erfüllen zu können (siehe dazu auch unter der Rubrik Biofilm

- Ein Schwimmteich mit Kiesfilter sollte phosphorlimitiert sein, also nicht mehr als ca. 10 Mikrogramm Phosphor pro Liter enthalten.

Tab. 1 Chemische Anforderungen an das Füllwasser für Badeteiche
Parameter Werte Anforderung an das Teichwasser
pH-Wert 6,0 – 9,0 6.5-9

Gesamtphosphor
PO4 mg/l = 0,01 mg/l * < 0.01 mg/l
Temperatur max. 28oC Vor Ort gemessen
Sauerstoff-Sättigung 80-120% Vor Ort gemessen
Gesamthärte in dH < 14
Ammonium NH4 mg/l < 0.5 mg/l
Sichttiefe 200 cm Secchi-Methode

Leitfähigkeit = 1000 µS/cm bei 20o C **
Nitrat < 30,0 mg/l < 5 mg/l
Ammonium < 0,5 mg/l
Nitrit NO2 mg/l < 0.5 mg/l
Mangan < 0,05 mg/l
Härte > 1 mmol/l

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

hier erfahren Sie weiteres zu den Algen