Kiesfilter im Naturpool

Per Definition haben klassische Schwimmteiche keine Filter – moderne Naturpools hingegen nutzen die hochwirksame Kombination aus biologischer Filtration und Durchlüftungssystemen.

Moderne Filtertechnik und Reinigung durch Blower-Systeme

Natürlicher Kiesfilter im Profil
Profilaufbau eines natürlichen Kiesfilters

Die moderne Filtertechnik im Schwimmteichbau beinhaltet eine optimal verteilte Wasserdurchströmung im Kiesfilter, kombiniert mit einem effizienten Durchlüftungssystem (Blower-System).

Praxisversuche zeigen, dass gewöhnliches Durchspülen des Filters ein- bis zweimal jährlich lediglich 15–25 % des gebundenen Phosphats auswäscht. Der Großteil verbleibt im Filterkörper.

Durch den Einsatz eines Blowersystems (Druckluftspülung) können 60 % bis 80 % der angesammelten Rückstände herausgelöst und anschließend über ein spezielles Absaugsystem mühelos entfernt werden.

Unser Service und Eigenleistung

Wir bieten das jährliche Blowern im Rahmen unseres Frühjahrsservice an. Je nach Filteraufbau ist auch eine Nachrüstung in bestehenden Teichen möglich. Wer die Spülung selbst durchführen möchte, benötigt lediglich eine Gebläsepumpe samt Anschlüssen (Kosten ca. CHF/EUR 300.– bis 400.–).

Biomasse-Rechner nach dem Redfield-Verhältnis

Ermitteln Sie die organische Biomasse (z.B. Algenwachstum), die durch den Phosphoreintrag von Badenden im Wasser entstehen kann.

1. Berechnung über Anzahl Badegäste

70.00
Summe P-Eintrag (g P)
2.26
Phosphor (mol)
8.02
kg Org. Biomasse (trocken)
72.15
kg Org. Biomasse (nass)

2. Direkte Eingabe Phosphor-Menge (g P)

0.16
Phosphor (mol)
0.58
kg Org. Biomasse (trocken)
5.19
kg Org. Biomasse (nass)
Berechnungsgrundlage: P-Eintrag pro Badegast/Tag = 0,05 g P • Redfield-Verhältnis: C₁₀₆ H₂₆₃ O₁₁₀ N₁₆ P₁ = 3550 g/mol • Nassmasse = Trockenmasse × 9.

Aufgabenstellung an den Kiesfilter

Ziel der Wasseraufbereitung

Wir streben glasklares Wasser an, das ausschließlich für Mensch und Tier verträgliche Stoffe enthält – vergleichbar mit reinem Mineralwasser ohne Trübstoffe oder unkontrollierte Keimbelastung.

Ein strukturierter Boden- und Kiesfilter löst im Wesentlichen zwei Aufgaben:

  1. Nährstoffe (insbesondere Phosphor) aus dem Wasser aufnehmen oder eliminieren
  2. Trübstoffe und organische Partikel mechanisch und biologisch ausfiltrieren

1. Chemische und Biologische Nährstoffeliminierung

Der chemische Prozess: In einem leicht alkalischen Milieu (wie es z.B. durch Kalkgestein in BioNova-Kiesfiltern entsteht) wird Phosphor durch Adsorption gebunden. Bei Vorhandensein von freiem Kalk bildet sich eine Vorstufe von Apatit, wodurch Phosphor dem Kreislauf dauerhaft entzogen wird.

Der biologische Prozess (Biofilm): Auf dem Filterkies bildet sich ein komplexer Biofilm aus Bakterien und Mikroorganismen. Diese entziehen dem Wasser Kohlenstoff, Stickstoff und Phosphor gemäß dem Redfield’schen Verhältnis. In Naturpools wird angestrebt, den Phosphorgehalt unter 10 µg/l zu halten.

Schema des Phosphorkreislaufs im Kiesfilter
Der Phosphorkreislauf im Kiesfilter

Das Kalk-Kohlensäure-Gleichgewicht (KKG)

Das KKG sorgt für das Puffervermögen des Wassers und stabilisiert den pH-Wert (ideal zwischen 7.8 und 8.2). Dadurch werden stark schwankende pH-Werte vermieden, welche Algenwachstum begünstigen würden.

2. Ausfiltrieren von Trübstoffen

Rund um das Filtermedium (in den meisten Fällen ist das Kies unterschiedlicher Körnung) bildet sich ein Biofilm. Dieser besteht aus verschiedenen Lebewesen wie Bakterien, Pilze und verschiedene Einzeller. Diese wiederum benötigen laufend eine Versorgung mit elementaren Nährstoffen wie Phosphaten, Stickstoff, Kohlenhydrate, Sauerstoff und Spurenelementen. Diese entziehen sie dem vorbeiströmenden Wasser, die ihnen dank der Umwälzpumpe laufend zugeführt werden. So ist das aus dem Filter ausströmende Wasser nährstoffärmer als das zugeleitete und den Algen und dem Biofilm im Schwimmbereich fehlen die essentiellen Nährstoffe, so dass sie sich kaum mehr entwickeln können. Dabei spielt die Durchströmungsgeschwindigkeit im Filter eine wichtige Rolle. Je höher diese ist, desto mehr Biofilm entwickelt sich und umso mehr Nährstoffe werden aufgenommen und umso geringer ist die Algenentwicklung im Schwimmbereich. Das bedeutet: ist die Oberfläche des Kiesfilter zu gross, braucht es mehr Pumpenleistung, was teuer werden kann und meist nicht erforderlich ist. Die Durchlaufgeschwindigkeit des Filters berechnet sich aus der Pumpenleistung der Pumpe in m3/h und der Oberfläche des Filters in m2. Die Menge an Filterkies richtet sich nach der Grösse des Badeteiches. Nach unserer Formel ist die innere Oberfläche des Filters, d.h. die Fläche um jedes Kieskörnchens im Verhältnis zur Oberfläche des Badebereiches. Ersteres sollte 80x grösser sein als die Fläche im Pool. Grundsätzlich ist es nicht erforderlich und ist eher kontraproduktiv, wenn die Menge an Kies zu gross ausgelegt wird. Ist nämlich die Durchströmungsgeschwindigkeit zu gering, findet kein Biofilmaufbau statt, sondern eine Mineralisierung der angeströmten Biomasse und am Ausgang des Filters ist die Nährstoffkonzentration höher als beim Eingang. Wichtig ist natürlich auch die Anordnung der Drainageleitungen, so dass gewährleistet ist, dass die Durchströmung des Filters gleichmässig ist. Es kann zu Komplikationen (Algenbildung) führen, wenn einzelne Bereiche anaerob werden, es kann Nitrit entstehen, das für den Biofilm sehr schädlich ist. Gerade nach Inbetriebnahme des Naturpools fehlen dem Biofilm oft die Kohlenhydrate, so dass kein oder zu wenig Biofilm aufgebaut werden kann und keine Nährstoffe aufgenommen werden. So können sich im Schwimmbereich Algen entwickeln, welche die Kohlenhydrate mittels Photosynthese aus dem CO2 generieren können. In diesem Falle empfiehlt es sich, dem Filter Kohlenhydrate in Form von gewöhnlichem Zucker beizugeben (ca. 100 g/m2).